https://www.faz.net/-gq5-79smr

Syrischer Bürgerkrieg : Luftangriffe im Libanon

  • Aktualisiert am

Soldaten der syrischen Armee am Freitag in Al-Kusair Bild: AFP

Syriens Luftwaffe greift bei der Verfolgung von Oppositionellen abermals Ziele auf libanesischem Gebiet an. Raketen schlugen in der Grenzregion ein. Die Zukunft der UN-Mission auf dem Golan bleibt indessen unklar.

          Syriens Armee verfolgt oppositionelle Rebellen zunehmend auch auf libanesischem Territorium. Kampfflugzeuge flogen nach Angaben lokaler Sicherheitsbehörden zum zweiten Mal binnen einer Woche am Samstag Angriffe auf Ziele im Osten des Libanons. Das Militär verfolgte dort demnach Aufständische, die aus der wochenlang umkämpften Kleinstadt Al-Kusair geflohen waren. Sechs Raketen seien in der Grenzregion von Arsal eingeschlagen. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete, dass zahlreiche „Terroristen“ im Umland Al-Kusairs getötet worden seien.

          Am Mittwoch hatten syrische Regierungstruppen gemeinsam mit der libanesischen Schiitenmiliz Hizbullah den Ort zurückerobert. In der Region dauerten die Kämpfe aber weiter an, wie die oppositionellen syrischen Menschenrechtsbeobachter berichteten.

          In der nahe liegenden Stadt Homs riss ein Selbstmordattentäter mit einer Autobombe laut Staatsmedien mindestens sieben Menschen mit in den Tod. Der Sprengsatz sei in einem Wohngebiet in der Nähe eines Klosters detoniert.

          Keine russischen Blauhelme auf dem Golan

          Die Zukunft der UN-Mission auf den Golan-Höhen (Undof) blieb derweil weiter unklar. Die Vereinten Nationen lehnten das russische Angebot für eine Beteiligung an dem Undof-Einsatz aus formellen Gründen ab. UN-Sprecher Martin Nesirky sagte am Freitag (Ortszeit) in New York, dass das „Entflechtungsabkommen, das der UN-Mission zugrunde liegt, die Beteiligung von ständigen Mitgliedern des Sicherheitsrates ausschließt“. Russland gehört ebenso wie die Vereinigten Staaten, China, Frankreich und Großbritannien zu den fünf permanenten Mitgliedern.

          Moskau kritisierte die Ablehnung russischer Blauhelme als Zeichen veralteter Politik. „Die Beibehaltung von Frieden und Stabilität erfordern ein anderes politisches Denken“, schrieb Vize-Außenminister Gennadi Gatilow bei Twitter. Falls der Weltsicherheitsrat wirklich über die Lage in der Grenzregion zwischen Syrien und Israel besorgt sei, solle er der Entsendung eines russischen Kontingents zustimmen.

          Nach heftigen Gefechten zwischen syrischen Regierungstruppen und Rebellen in der eigentlich entmilitarisierten Pufferzone hatte Österreich am Donnerstag angekündigt, seine Soldaten abzuziehen. Das Land stellt gut ein Drittel der etwa 900 Soldaten, die seit fast 40 Jahren den Waffenstillstand zwischen Syrien und Israel überwachen.

          Topmeldungen

          Ashton Applewhite

          Altersdiskriminierung : „Man kann nicht jung bleiben“

          Die Amerikanerin Ashton Applewhite kämpft gegen eine Form der Diskriminierung, über die kaum jemand spricht, obwohl sie jeden irgendwann treffen wird. Ein Gespräch über Altersdiskriminierung.
          Schlechte Laune im Osten? Das stimmt nicht so ganz.

          Ostdeutschland : Woher die schlechte Laune?

          Steht es dreißig Jahre nach dem Ende der DDR wirklich so schlimm mit der deutschen Einheit und dem Osten? Nein. Die krasse Fehleinschätzung hat auch etwas mit denen zu tun, die heute die politische Meinung im Osten mitprägen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.