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Syrischer Bürgerkrieg : Eine Million Flüchtlinge im Libanon

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Syrische Flüchtlinge verlassen die umkämpfte Stadt Adra im Nordosten der Hauptstadt Damaskus Bild: dpa

Die Flucht hunderttausender Syrer vor dem Bürgerkrieg nach Libanon überfordert die Kräfte des kleinen Nachbarlandes. Ein Viertel der libanesischen Bevölkerung besteht inzwischen aus syrischen Flüchtlingen.

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          Die Flüchtlingssituation im Libanon wird immer dramatischer. Die offizielle Zahl der Ankömmlinge aus dem Nachbarland Syrien überstieg nun die Millionengrenze, wie das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) am Donnerstag in Genf mitteilte. Die Bevölkerung des Libanon bestehe inzwischen zu einem Viertel aus syrischen Bürgerkriegsflüchtlingen. Das Land könne den Ansturm ohne deutlich mehr ausländische Hilfe nicht mehr bewältigen. Kein Staat der Welt habe einen höheren Anteil zu verkraften; täglich kämen 2500 Syrer über die Grenze. Die Infrastruktur ist laut dem UN-Bericht völlig überlastet.

          Nur 175 Millionen Euro Hilfsgelder

          Von den erforderlichen rund 1,37 Milliarden Euro Hilfsgeldern für 2014 habe die internationale Gemeinschaft bislang erst rund 175 Millionen aufgebracht, mahnten die Vereinten Nationen. „Wir können das Land mit dieser Last nicht alleine lassen“, so UNHCR-Hochkommissar Antonio Guterres. Die Lage drohe die Erosion von Frieden und Sicherheit in der gesamten Region weiter zu verschärfen. Die Menschen lebten in Zelten, Garagen oder Tierställen. Vielerorts drohten sanitäre Versorgung und Abfallentsorgung zusammenzubrechen.

          Nach Schätzungen der Weltbank hat der Flüchtlingsandrang die libanesische Volkswirtschaft bislang mit etwa 1,8 Milliarden Euro belastet. Zudem seien die Löhne im Land wegen der verfügbaren Arbeitskräfte stark gesunken. Allein 400.000 der eine Million Flüchtlinge sind den Angaben zufolge Kinder im Schulalter. Davon könnten aber nur etwa 100.000 beschult werden. Von den Kindern hänge jedoch die Zukunft Syriens ab, betont UNHCR.

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