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Syrischer Bürgerkrieg : Al-Nusra-Front entführt von Amerika ausgebildete Kämpfer

  • Aktualisiert am

Kämpfer der Nusra-Front auf dem Weg zu ihren Stellungen nordwestlich der syrischen Stadt Ariha (aufgenommen im Mai 2015). Bild: Reuters

Amerika kommt mit der Ausbildung gemäßigter syrischer Kämpfer gegen den IS kaum voran. Nun gibt es Berichte über einen weiteren Rückschlag.

          Kämpfer der Al-Nusra-Front in Syrien haben nach Angaben von Aktivisten acht Kämpfer entführt, die von den Vereinigten Staaten in der Türkei für den Kampf gegen die Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS) ausgebildet worden waren. Die Al-Nusra-Front habe den turkmenischen Chef einer Einheit „mit sieben seiner Männer“ in ihre Gewalt gebracht, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag. Die Vereinigten Staaten dementierten die Angaben zur Identität der Kämpfer.

          Die Männer waren den Angaben zufolge am Mittwochabend auf dem Rückweg von einer Versammlung in ihr Hauptquartier im Dorf Malkiye in der Provinz Aleppo. Bei dem Treffen in der Stadt Azaz sei es darum gegangen, mit anderen Rebellengruppen den Beginn einer Militäraktion gegen den IS im nordöstlichen Bereich der Provinz Aleppo zu besprechen.

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          Die Entführung sei an einer Straßensperre der mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündeten Al-Nusra-Front in der Nähe von Azaz erfolgt, sagte Rami Abdel Rahmane, der Direktor der in Großbritannien ansässigen Beobachtungsstelle, die sich auf ein dichtes Netz von Informanten in Syrien stützt. Ihre Angaben können nicht unabhängig überprüft werden. Das amerikanische Verteidigungsministerium bestritt, dass die Männer das Ausbildungsprogramm des amerikanischen Militärs durchlaufen hätten.

          Der Beobachtungsstelle zufolge waren der turkmenische Kommandeur und seine Männer dagegen Teil einer 54 Kämpfer starken Truppe, die vor rund zwei Wochen nach Syrien gekommen sei, „nachdem sie von den Amerikanern in der Türkei ausgebildet wurden“. Sie seien mit 30 Allradantrieb-Fahrzeugen, Waffen und Munition aus amerikanischer Fabrikation ausgestattet worden.

          Diese Truppe namens Einheit 30 besteht überwiegend aus Turkmenen und gemäßigten pro-amerikanischen Rebellen, die von Al-Nusra aus ihren Stellungen in Syrien vertrieben worden waren. Auch die New York Times hatte über die Entführung berichtet. Auf ihrer Facebook-Seite rief die Einheit 30 die „Brüder“ von der Al-Nusra-Front auf, ihre Männer sofort wieder freizulassen.

          Ankara und Washington hatten sich Mitte Februar geeinigt, gemäßigte syrische Rebellen in der Türkei für den Kampf gegen IS auszubilden und auszurüsten. Nach Angaben des amerikanische Verteidigungsministeriums vom Juli wurden bisher lediglich 60 Kämpfer ausgebildet.

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