https://www.faz.net/-gq5-87y6a

Syrien : Amerikaner erwägen Zusammenarbeit mit Russland

  • Aktualisiert am

Amerikas Außenminister John Kerry kommt angesichts des russischen Angebots ins Grübeln. Bild: AP

Russland macht weitere Vorschläge zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen den Islamischen Staat. Die Rede ist zunächst von militärischen Absprachen. Soll sich der Westen darauf einlassen?

          1 Min.

          Amerika und Russland erwägen offenbar ein gemeinsames militärisches Vorgehen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien. Im Gespräch seien Absprachen auf militärischer Ebene, sagte Außenminister John Kerry am Mittwoch bei einem Treffen mit dem südafrikanischen Außenminister Maite Nkoana-Mashabane. Der Vorschlag kam nach Angaben Kerrys von russischer Seite.

          „Wir nehmen nichts für bare Münze“, stellte Kerry klar. Es gebe ernsthafte Zweifel an den Absichten Russlands. Das Weiße Haus, Pentagon und Außenministerium diskutierten derzeit über das weitere Vorgehen. Die Vereinigten Staaten, die ein internationales Bündnis gegen den IS anführen, begrüßten eine „konstruktive Unterstützung“ durch Moskau, sagte Regierungssprecher Josh Earnest.

          Russland ist ein enger Verbündeter des syrischen Präsidenten Baschar al Assad, der zwar ebenfalls auch gegen den IS kämpft, nach Ansicht der Amerikaner die Legitimität durch den Krieg gegen sein eigenes Volk aber verloren hat. In dem seit mehr als vier Jahren tobenden Bürgerkrieg wird er beschuldigt, Fassbomben, Giftgas und Folter gegen die eigene Bevölkerung einzusetzen.

          Einheitsfront gegen Terroristen?

          Der russische Präsident Wladimir Putin versucht bereits seit längerem, eine internationale Koalition zu schmieden, die den IS bekämpfen soll. Vor allem im Westen warnen Beobachter aber vor einer solchen Defacto-Unterstützung des Regimes in Damaskus. Dies würde ihrer Ansicht nach den Krieg und damit die Flüchtlingskrise nur noch weiter verlängern.

          Kerry und der russische Außenminister Sergej Lawrow hatten am Dienstag auf amerikanische Initiative hin bereits zum dritten Mal innerhalb einer Woche miteinander telefoniert. Lawrow betonte in dem Gespräch nach Angaben aus Moskau die Notwendigkeit, eine Einheitsfront im Kampf gegen Terrorgruppen in Syrien zu bilden.

          Flüchtlingskrise : Hoffnung für die Landsleute

          Topmeldungen

          Wahlkampf im zweiten Corona-Jahr: Winfried Kretschmann (hier beim Bundesparteitag der Grünen) will seine Position als Ministerpräsident von Baden-Württemberg verteidigen.

          TV-Duell in Baden-Württemberg : 60 Minuten quälender Stellungskrieg

          Beim TV-Duell zwischen Baden-Württembergs amtierenden Ministerpräsidenten und seiner Herausforderin Susanne Eisenmann kann auch der Moderator keine Kontroversen herauskitzeln. Das Publikum wartet – kurz vor der Wahl – vergeblich auf Impulse.
          Die mobilen Impfteams bleiben zusätzlich zu den Impfzentren im Einsatz.

          Coronaviurs : Warum Impfstoffe horten viele Menschenleben kostet

          Die Debatte um den Impfstoff des Herstellers Astra-Zeneca sorgt für eine langsamere Verimpfung. Eine Studie verdeutlicht nun, wie wichtig es ist, auch weniger wirksame Impfstoffe schnellstmöglich zu verimpfen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.