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Syrien : UN wollen Hilfszusage Assads sofort testen

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Werden die Menschen in Aleppo am Mittwoch mit frischem Wasser versorgt? Bild: Reuters

In Syrien erlaubt das Regime von Diktator Assad Hilfslieferungen in eingeschlossene Orte. Die Vereinten Nationen sind skeptisch, ob der syrische Machthaber das ernst meint. Eine seiner neuesten Aussagen gibt ihnen recht.

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          Die Vereinten Nationen wollen am Mittwoch Hilfskonvois in mehrere belagerte syrische Städte schicken, und werden damit auch die Bereitschaft der Konfliktparteien zu Hilfslieferungen testen. Der UN-Syrienbeauftragte, Staffan de Mistura, sagte am Dienstag nach Gesprächen in Damaskus, dass am Mittwoch vier Konvois auf den Weg geschickt würden. Man habe über die Wichtigkeit von humanitärer Hilfe gesprochen und werde dieses „morgen testen“. Genauer äußerte sich de Mistura nicht. Die Möglichkeit von sofortigen Hilfslieferungen in belagerte Gebiete in dem Bürgerkriegsland ist Teil der internationalen Vereinbarung von München vor wenigen Tagen.

          De Mistura warb in Damaskus für die in München vereinbarte Feuerpause, die binnen einer Woche in Kraft treten soll, und vereinbarte mit Außenminister Walid Muallim den „freien Zugang“ für humanitäre Helfer zu den belagerten Ortschaften. Zwei der Hilfskonvois sollen in die von Rebellen belagerten Schiitenorte Fua und Kafraja im Norden des Landes gehen, zwei weitere in die von Regierungstruppen umstellten Städte Madaja und Sabadani in der Region Damaskus.

          Assad hält Feuerpause für „schwierig“

          Später teilte eine Sprecherin des UN-Büros zur Koordinierung humanitärer Hilfe (Ocha) mit, dass die Regierung auch Hilfslieferungen in die östliche Großstadt Deir Essor sowie nach Kafr Batna und Madamijet al-Scham bei Damaskus zugestimmt habe. Hilfsorganisationen würden Konvois für die kommenden Tage vorbereiten.

          Präsident Baschar al-Assad schloss eine baldige Waffenruhe dagegen aus. Über eine Feuerpause zu reden, sei in der Praxis „schwierig“, sagte der Präsident. Er stellte vor allem den vereinbarten Zeitplan bis kommenden Freitag in Frage. „Wer ist fähig, alle Bedingungen binnen einer Woche zu schaffen? Niemand.“

          Eine Reduzierung der Gewalt ist tatsächlich nicht in Sicht. Bei Angriffen auf Kliniken und Schulen in Aleppo und Idlib waren am Montag nach UN-Angaben fast 50 Zivilisten getötet worden. Eine der Kliniken wurde von der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen unterstützt. Laut der UNO leben derzeit in Syrien rund 486.000 Menschen in belagerten Städten und Dörfern.

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