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Syrien : UN erwarten neue Flüchtlingswelle

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Freies Aleppo? Eine Flagge der Opposition über der kriegsversehrten Stadt
          1 Min.

          Noch nie seit Beginn des Aufstandes gegen Präsident Baschar al Assad sind in Syrien so viele Menschen an einem Tag getötet worden. Binnen 24 Stunden starben nach Angaben von Aktivisten mehr als 370 Menschen. Die wachsende Brutalität in dem seit März 2011 andauernden Konflikt dürfte nach Schätzungen der UN bald noch mehr Menschen zu Flüchtlingen machen.

          Die Zahl der Syrien-Flüchtlinge könnte bis Ende dieses Jahres auf 700.000 ansteigen, warnte der Syrien-Koordinator des Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), Panos Moumtzis, am Donnerstag in Genf. Bislang sind nach UN-Angaben 294.000 Syrer aus ihrem Heimatland geflohen, vor allem nach Jordanien, Libanon, in den Irak und in die Türkei. In dieser Zahl sind alle Syrer, die das Land legal verlassen haben und vorübergehend bei Verwandten oder in selbst angemieteten Wohnungen untergekommen sind, nicht enthalten.

          In Syrien wird die Entscheidung offenbar weiter militärisch gesucht. Der oppositionelle Syrische Nationalrat (SNC) lobte den Vormarsch der bewaffneten Rebellen in den Provinzen Aleppo und Al Rakka. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete indes, die Truppen von Präsident Assad hätten in Daraa und Aleppo Fortschritte im Kampf gegen die „Terrorbanden“ erzielt.

          Lawrow: Befriedung nur durch Verhandlungen

          Wie Menschenrechtler und Rebellengruppen mitteilten, kamen am Mittwoch landesweit 376 Menschen ums Leben, darunter 49 Soldaten der Regierungstruppen. Die meisten Toten gab es nach übereinstimmenden Berichten verschiedener Organisationen in der Hauptstadt Damaskus. Am Donnerstag wurde abermals in mehreren Provinzen gekämpft. Die Regimegegner zählten in ihren Reihen 40 Tote. Ein syrischer Kampftrupp drang über die Grenze in den Libanon ein, wo er nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur NNA das Haus einer Familie zerstörte.

          Außenminister Guido Westerwelle hatte den UN-Sicherheitsrat am Mittwoch zu einer „gemeinsamen Antwort“ aufgerufen, damit die Gewalt in Syrien beendet wird. Er forderte die Staatengemeinschaft auf, einen „Prozess des politischen Übergangs“ auf den Weg bringen. Allerdings sind die Aussichten dafür weiterhin gering. Denn ein härteres Vorgehen gegen Assad wird immer noch von den Veto-Mächten Russland und China verhindert. Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte, eine nachhaltige Befriedung könne nur durch Verhandlungen erreicht werden.

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