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Syrien : Russland schickt Flugzeugträger ins Mittelmeer

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Während Diplomaten versuchen, den Krieg in Syrien auf friedliche Art zu beenden, macht Russland weiterhin Nägel mit Köpfen: Präsident Putin beordert den einzigen russischen Flugzeugträger ins Kriegsgebiet.

          Ein russischer Schiffsverband unter Führung des Flugzeugträgers „Admiral Kusnezow“ und des Atomkreuzers „Pjotr Weliki“ ist Richtung syrische Küste ausgelaufen. Der Weg vom Hafen Seweromorsk nahe Norwegen ins Mittelmeer dauere etwa zehn Tage, sagte Admiral Wiktor Krawtschenko am Samstag der Agentur Interfax zufolge.

          Moskauer Medien zufolge will Russland seinen einzigen Flugzeugträger in den nächsten Monaten bei den Luftangriffen in Syrien einsetzen. Moskau kämpft seit September 2015 in dem Bürgerkriegsland, um das Regime von Präsident Baschar al-Assad zu stützen.

          Eine Parlamentarierdelegation aus Moskau besuchte die beiden russischen Militärstützpunkte in Syrien. Die Mitglieder des Verteidigungs- und Sicherheitsausschusses des Föderationsrates wollten sich ein Bild von der Lage machen, sagte Delegationsleiter Viktor Oserow. „Die Soldaten sind sich bewusst, dass ihr Anti-Terror-Kampf in Syrien auch im Interesse Russlands ist. Gleichwohl wissen sie, dass sie mit ihrem Einsatz nur die Bedingungen für eine politische Lösung des Problems schaffen“, sagte der Senator.

          Russland will Syrien-Krisengespräche fortsetzen

          Vertreter mehrerer Länder verhandelten am Samstag in Lausanne (Schweiz) über den Syrien-Konflikt. Ungeachtet anhaltender Bombardierungen des umkämpften und von Aufständischen gehaltenen Ostteils der syrischen Stadt Aleppo sollten bei dem Treffen Chancen für eine zumindest zeitweilige Feuerpause zur Versorgung notleidender Zivilisten ausgelotet werden. Frühere Vereinbarungen über Feuerpausen waren immer wieder nach wenigen Tagen gebrochen worden.

          Die Syrien-Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten, Russland und den wichtigsten Länder der Krisenregionen sollen nach den Worten des russischen Außenministers Sergej Lawrow fortgesetzt werden. Sie hätten sich darauf geeinigt, „die Kontakte im Laufe der nächsten Tage fortzusetzen“, sagte Lawrow am Samstagabend nach über vierstündigen Gesprächen in Lausanne den russischen Nachrichtenagenturen. Zudem seien bei dem Treffen einige „interessante Ideen“ besprochen worden. Alle Seiten hätten sich zudem dafür ausgesprochen, baldmöglichst einen „politischen Prozess“ in Syrien zu beginnen.

          An den Beratungen in einem Hotel am Genfer See nahmen unter anderem die Spitzendiplomaten der Türkei, Saudi-Arabiens und Katars teil. Diese Länder unterstützen ebenso wie die Vereinigten Staaten Rebellengruppen in Syrien. Auch der Iran war vertreten, der neben Russland zu den wichtigsten Stützen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad gehört.

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