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Syrien : Russland öffnet Militärstützpunkte für Hilfslieferungen

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Kleiner Junge in Madaya: In die belagerte Region konnten während des Bürgerkriegs nur zeitweise Hilfslieferungen gebracht werden. Bild: obs

Die Waffenruhe hält, die Bevölkerung hungert in Teilen trotzdem: Auf russischen Militärstützpunkten sollen nun Hilfslieferungen entladen und gelagert werden. Abgeschnittene Gebiete Syriens könnten so versorgt werden.

          Russland will seine Militärstützpunkte in Syrien für internationale Hilfslieferungen öffnen. Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte sich am Montag bereit, „notwendige Hilfe für internationale und ausländische Organisationen bei der Lieferung von Hilfsgütern“ in das Bürgerkriegsland zu leisten.

          Sowohl der russische Marinestützpunkt im Hafen von Tartus als auch die russische Luftwaffenbasis Hmeimim in der Provinz Latakia sollen „für das Entladen und die vorübergehende Lagerung“ von Hilfsgütern geöffnet werden. Russland wolle außerdem Fahrzeuge zur Verfügung stellen, mit denen die Lieferungen im Land weiter verteilt werden könnten, erklärte das Verteidigungsministerium. Die russische Armee kämpft in Syrien seit etwa einem halben Jahr auf der Seite von Staatschef Baschar al-Assad.

          „Vereinzelte Provokationen und Beschuss“

          Vor gut einer Woche war in Syrien auf Vermittlung Russlands und der Vereinigten Staaten eine Waffenruhe in Kraft getreten. Ausgenommen sind die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), die Al-Nusra-Front und mit ihr verbündete islamistische Milizen. Trotz einiger Verstöße wurde die Waffenruhe bisher weitgehend eingehalten, so dass nun dringend benötigte Hilfslieferungen in zuvor heftig umkämpfte Gebiete möglich sind.

          Zu der Waffenruhe erklärte das russische Verteidigungsministerium am Montag, dass diese abgesehen von „vereinzelten Provokationen und Beschuss“ generell eingehalten werde. Die russische Luftwaffe fliege weiterhin Luftangriffe gegen IS und Al-Nusra in drei syrischen Provinzen, darunter Raka.

          Am Donnerstag soll in Genf eine neue Gesprächsrunde zur Beilegung des Syrien-Konflikts beginnen. Die syrische Opposition will sich an den neuen Verhandlungen zur Beilegung daran beteiligen. Das Hohe Verhandlungskomitee (HNC) habe sich entschlossen, an den Beratungen unter UN-Vermittlung in Genf teilzunehmen, teilte das Bündnis aus Oppositions- und Rebellengruppen am Montag mit. Der amerikanische Vizepräsident Joe Biden mahnte erneut eine diplomatische Lösung des Konflikts an. Die relativ stabile Waffenruhe ermöglichte weitere Hilfslieferungen für Zivilisten in Syrien.

          Nach Angaben von HNC-Sprecher Riad Naasan Agha wird die Delegation des Oppositionsbündnisses erst am Freitag nach Genf reisen, einen Tag nach dem offiziellen Beginn der Friedenskonferenz. Die Opposition hatte ihre Teilnahme an den indirekten Verhandlungen bislang offen gelassen und von Fortschritten auf „humanitärer Ebene“ abhängig gemacht.

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