https://www.faz.net/-gq5-7buj4

Syrien : Regierung erobert Teil von Homs zurück

  • Aktualisiert am

Ein Panzer der syrischen Armee in Homs: Nach eigenen Angaben hat Assads Regime einen Teil der Stadt von Rebellen zurückerobert Bild: dpa

Die Truppen Assads haben nach Angaben der syrischen Regierung wichtige Gebiete der umkämpften Stadt Homs zurückerobert. Die Regierung wirft den Aufständischen vor, in der Stadt Al Assal ein Massaker an Zivilisten verübt zu haben.

          Nach Meldung des syrischen Staatsfernsehens hat die Armee Baschar al Assads einen strategisch wichtigen Stadtteil der Rebellenhochburg Homs vollständig unter Kontrolle gebracht. Im Viertel Chaldije seien „Sicherheit und Stabilität“ wieder hergestellt. Die der Opposition nahe stehende Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte Berichte über ein Vorrücken der Regierungstruppen zuvor bestätigt.

          Dem Staatsfernsehen zufolge kontrollierte die Armee am Sonntag 80 Prozent des Viertels. Es zeigte Bilder von Leichen inmitten weitgehend zerstörter Straßenzüge. Nach dem Verlust Chaldijes bleiben den  Rebellen nur noch einige Viertel der Altstadt in ihrer einstigen Hochburg Homs.

          Weiter nördlich des Landes, in der Stadt Chan al-Assal, sollen derweil syrische Rebellen  nach Darstellung der Regierung ein Massaker an Zivilisten verübt haben. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete am Samstag, bei einer Rebellenoffensive auf die im Norden des Landes gelegene Stadt seien vergangene Woche 123 Menschen getötet worden. Die meisten von ihnen seien Zivilisten gewesen. Am Vortag hatte eine Rebellengruppe im Internet ein Video veröffentlicht, auf dem rund 30 blutverschmierte Leichen junger Männer zu sehen sind. Bei ihnen soll es sich um Mitglieder einer regierungstreuen Miliz handeln. Die Bilder stammen angeblich aus Chan al-Assal.

          Ebenfalls am Freitag hatte die der Opposition nahestehende Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitgeteilt, in und bei der Stadt seien mehr als 150 Soldaten getötet worden, 51 von ihnen durch eine standrechtliche Hinrichtung. In der Stadt Aleppo wurden nach Informationen der Beobachtungsstelle 29 Zivilisten vermutlich durch eine Rakete der Regierungstruppen getötet, darunter 19 Kinder.

          Immer wieder Berichte über Massaker

          Der Aufstand gegen Präsident Baschar al Assad fand anfangs viel Sympathie im Westen. Inzwischen wächst die Skepsis, denn bei den Rebellen haben islamistische Kräfte großen Einfluss gewonnen. Häufig kommt es auch zu Kämpfen zwischen den verschiedenen Gruppen der Aufständischen. Ihre Spaltung hat die Position Assads wieder gestärkt. Menschenrechtler werfen sowohl den Assad-Truppen als auch den Rebellen Kriegsverbrechen vor. Dazu gehören die Tötung von Zivilisten ebenso wie willkürliche Hinrichtungen von Soldaten und der Einsatz von Chemiewaffen.

          Letztere Vorwürfe sollen Spezialisten der Vereinten Nationen (UN) untersuchen. Bislang lehnt es die syrische Regierung aber ab, alle mutmaßlichen Einsatzgebiete dieser Waffen im Land überprüfen zu lassen. Sie will die Inspektionen auf jene Gebiete in der Provinz Aleppo beschränken, wo die Rebellen Chemiewaffen eingesetzt haben sollen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon besteht aber darauf, dass die Inspektoren mindestens auch die Stadt Homs überprüfen dürfen, wo im Dezember 2012 angeblich die Regierungstruppen Chemiewaffen eingesetzt haben.

          UN-Chemiewaffen-Inspekteur Ake Sellström versuchte am Samstag in Syrien, eine Vereinbarung für die Inspektionen zu erreichen. Die Gespräche mit Außenminister Walid al-Mualem seien umfassend und konstruktiv gewesen, erklärten beide Seiten. Die Regierung ließ aber offen, ob Sellströms Team dem Vorwurf des Chemiewaffen-Einsatzes in Syrien uneingeschränkt nachgehen darf.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.