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Syrien : Rebellen greifen Armeehauptquartier an

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Nach der Explosion: Damaskus am Mittwoch Bild: dpa

In Damaskus haben syrische Oppositionelle die Kommandozentrale der Armee in Brand gesetzt. Anschließend ist es im Gebäude des Generalstabs zu heftigen Gefechten gekommen.

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          Auf das Hauptquartier des Generalstabs der syrischen Armee in Damaskus ist am Mittwoch ein Anschlag verübt worden. Nach Berichten arabischer Nachrichtensender kam es in dem Gebäude danach zu Kämpfen. Demnach drangen Aufständische in das Hauptquartier ein, legten Feuer und lieferten sich Gefechte mit Soldaten des Regimes von Präsident Baschar al Assad. Auch in der Umgebung des am zentralen Umajaden-Platz gelegenen Gebäudes soll es zu Kämpfen gekommen sein; Dutzende Personen wurden nach Angaben der gegen das Regime kämpfenden Freien Syrischen Armee (FSA) getötet.

          Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, die FSA habe sich zu dem Angriff bekannt. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete, dass keine Kommandeure oder Offiziere verletzt worden seien. Die Armee bezichtigte „bewaffnete Terroristen mit Verbindungen ins Ausland“. Informationsminister Omran al Zubi kündigte laut Sana an, „die gegen Syrien gerichtete Aggression zu besiegen“. Zugleich rief er zum Dialog auf. Dieser müsse jedoch ohne ausländische Einmischung „zwischen Syrern und Syrern“ geführt werden.

          Iranischer Journalist getötet

          Nach Angaben von Augenzeugen kam es nach den Explosionen zu einem heftigen Gefecht zwischen den Angreifern, die Armeeuniformen trugen, und den Regierungstruppen, wobei ein Korrespondent des iranischen TV-Senders Press TV getötet wurde.

          Maya Nasser sei von einem Scharfschützen getötet worden, meldete der arabischsprachige iranische Fernsehsender Al Alam, dessen Bürochef in Damaskus, Hussein Murtada, verletzt wurde. Auf einem Video, das der Sender Al Alam veröffentlichte, ist zu sehen, wie Reporter von Medien, die das syrische Regime unterstützen, zusammen mit mehreren bewaffneten Zivilisten vor dem Gebäude des Militärkommandos stehen, vor dem am Morgen zwei Sprengsätze detoniert waren. Die Bilder auf dem Video deuten auch darauf hin, dass es sich bei dem Anschlag um eine Operation von desertierten Offizieren handelt, möglicherweise sogar um einen fehlgeschlagenen Putschversuch.

          Qatar fordert Eingreifen

          Der Emir von Qatar, Scheich Hamad bin Chalifa al Thani, hatte am Dienstag vor der UN-Vollversammlung ein militärisches Eingreifen der arabischen Staaten in Syrien gefordert. Welche Staaten die Soldaten dafür stellen sollten, ließ er offen. Das Golfemirat Qatar hat nur eine sehr kleine Armee. Der französische Präsident François Hollande plädierte vor der UN-Vollversammlung für einen Regimewechsel. Er sagte, Frankreich sei bereit, eine „provisorische Regierung, die ein neues freies Syrien repräsentiert“, sofort anzuerkennen.

          Der russische Botschafter Asamat Kulmuchametow sagte bei einer von Oppositionellen in Damaskus organisierten „Konferenz der Parteien und Kräfte für einen friedlichen demokratischen Wandel“, alle Bemühungen der Opposition müssten auf der Grundlage aufbauen, „dass eine ausländische Intervention abgelehnt wird“. Die Regierung und die „bewaffnete Opposition“ müssten die Gewalt sofort beenden.

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