https://www.faz.net/-gq5-72jch

Syrien : Rebellen attackieren Militärflughäfen

  • Aktualisiert am

Angriff der syrischen Luftwaffe auf Aleppo am Samstag Bild: REUTERS

Die syrischen Rebellen konzentrieren sich im Kampf gegen das Regime nun vor allem auf Luftwaffenstützpunkte. In der Provinz Deir as Saur sollen sie Luftabwehrraketen erbeutet haben. 

          2 Min.

          Die syrischen Rebellen greifen nun vermehrt die Militärflughäfen des Regimes von Präsident Baschar al Assad an. Bei einer Attacke auf den Stützpunkt Kuris in der nördlichen Provinz Aleppo sollen sie Kampfjets am Boden zerstört haben, wie Aktivisten am Samstag berichteten. Bei der Erstürmung des Luftwaffenstützpunkts Abu Kamal in der östlichen Provinz Deir as-Saur haben sie nach eigenen Angaben eine nicht näher genannte Zahl von Luftabwehrraketen des Typs „Cobra“ erbeutet. Dazu tauchten im Internet auch Aktivisten-Videos auf.

          Syrische Staatsmedien berichteten am Samstag von einer Gegenoffensive gegen die in der Nähe von Militärflughäfen aktiven Rebellen. Dabei seien diesen „schwere Verluste“ zugefügt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana. Von unabhängiger Seite ließen sich auch diese Informationen nicht überprüfen. Am Freitag hatte ein Kommandeur der Aufständischen in Aleppo angekündigt, dass sich die bewaffneten Assad-Gegner künftig auf die militärische Infrastruktur der syrischen Luftwaffe konzentrieren wollten. In den vergangenen Wochen hat das Regime zunehmend mit Helikoptern und Kampfjets Stellungen der Rebellen, aber auch ganze Wohnviertel in Großstädten wie Aleppo bombardiert.

          Lawrow: Assad wird nicht aufgeben

          Der oppositionellen syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge wurden am Samstag in Damaskus und Umgebung die Leichen von mindestens 18 hingerichteten Männern gefunden. Die meisten seien erschossen worden, einige wiesen Folterspuren auf. Erst am Freitag waren laut der Beobachtungsstelle landesweit 125 Menschen getötet worden, darunter 74 Zivilisten.

          Russlands Außenminister Sergej Lawrow nannte es indes „naiv“, wenn der Westen und die arabische Welt erwarteten, dass Assad den Kampf um wichtige Städte als erster aufgeben werde. Wer Assad aufrufe, seine Truppen zurückzuziehen, dies von den Aufständischen aber nicht verlange, verfolge „ein unausführbares Modell“.

          Der andauernde Konflikt hat zu einem Anschwellen des Flüchtlingsstroms vor allem in die benachbarte Türkei geführt, wo inzwischen mehr als 80.000 syrische Kriegsvertriebene eingetroffen sind. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan bekräftigte deshalb die Forderung seines Landes nach einer Schutzzone in Syrien selbst. Der Weltsicherheitsrat müsse dafür seine Uneinigkeit überwinden und eine Resolution für eine Flugverbotszone verabschieden, sagte Erdogan nach Angaben türkischer Medien vom Samstag in einem Fernsehinterview am Freitagabend. „Man kann keine Schutzzone einrichten, ohne zunächst eine Flugverbotszone zu erklären“, sagte Erdogan demnach. Die Risiken seien sonst zu groß. Das Vorhaben stößt allerdings bei westlichen Regierungen noch auf Vorbehalte.

          Derweil trat der algerische Karrierediplomat Lakhdar Brahimi am Samstag die Nachfolge Kofi Annans als Syrien-Vermittler der UN und der Arabischen Liga an. Annan war mit seinem Plan eines Waffenstillstands und eines daraufhin einsetzenden Dialogs zwischen den verfeindeten Seiten in Syrien gescheitert. Dem Vernehmen nach will er in den nächsten Wochen nach Syrien reisen und Gespräche am Sitz der Arabischen Liga in Kairo führen.

          Topmeldungen

          Die Zahl der Internet-Attacken nimmt zu.

          Cyber-Kriminalität : Im Netz der kaltblütigen Erpresser

          Hacker dringen mit ihren Angriffen in immer sensiblere Bereiche vor. Sie nehmen Daten als Geisel und Tote in Kauf. Treffen kann es jeden.
          Ministerpräsident Netanjahu am Donnerstag mit israelischen Grenzpolizisten in Lod

          Profiteur der Gaza-Eskalation : Netanjahus politische Rückkehr

          Netanjahu war wegen des Korruptionsprozesses und mehrfach gescheiterter Koalitionsbildungen politisch in Bedrängnis. Dass der Gaza-Konflikt jetzt wieder eskaliert ist, kommt dem israelischen Ministerpräsidenten zugute.

          Aufflammender Antisemitismus : Wer jetzt schweigt

          Gerade bezeugen wir wieder, dass viele „Israel-Kritiker“ den Nahostkonflikt nicht verstehen. Sie wollen nicht sehen, was die Hamas anrichtet. Und auf der Straße zeigt der Antisemitismus sein Gesicht.
          Impflinge haben nach ihrer Impfung gegen Corona ein Pflaster auf dem Oberarm.

          Inzidenz und Impfrekord : Ist das der Anfang vom Ende der Pandemie?

          Die Inzidenz sinkt bundesweit unter 100, die Zahl der Impfungen erreicht einen Rekordwert. Das stimmt selbst den Gesundheitsminister optimistisch. Doch Fachleute blicken schon auf eine weitere Variante des Virus.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.