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Syrien : Opposition: 100 Tote nach Massaker in Hula

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Auch in Damaskus scheint es weiter Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten zu geben - eine Amateuraufnahme vom Freitag Bild: dapd

Nach Angaben der syrischen Opposition hat die Armee am Freitag ein Massaker mit Dutzenden Toten in der Provinz Homs verübt. Danach soll eine Massenflucht von Überlebenden ins Landesinnere eingesetzt haben.

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          Ungeachtet der Präsenz von UN-Soldaten geht die Gewalt in Syrien offensichtlich weiter. Nach Oppositionsangaben kamen am Freitag mindestens 100 Menschen ums Leben. Beim Artilleriebeschuss der syrischen Stadt Al Hula in der Provinz Homs seien mehr als 100 Zivilisten getötet worden, unter ihnen viele Kinder. Wie die in London ansässige syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag mitteilte, habe eine Massenflucht von Überlebenden aus Al Hula ins Landesinnere eingesetzt. Die Nachrichten konnten wegen der Medienblockade des Regimes nicht überprüft werden. Der oppositionelle Syrische Nationalrat forderte die Einberufung des UN-Sicherheitsrates, um die Verantwortlichen für angebliche Massaker festzustellen.

          Eine Abordnung der UN-Beobachtermission, die eine an sich geltende Waffenruhe überwachen soll, traf nach Angaben des Nationalrats inzwischen am Schauplatz des Geschehens in der Provinz Homs ein.

          Syrische Truppen schossen am Freitag in der nördlichen Großstadt Aleppo mit scharfer Munition auf friedliche Demonstranten. Mindestens ein Kundgebungsteilnehmer starb, zahlreiche weitere wurden verletzt, teilte die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London mit. In Aleppo sollen Zehntausende auf die Straße gegangen sein.

          Sondervermittler Kofi Annan wird nach Angaben der Vereinten Nationen „demnächst“ wieder nach Syrien aufbrechen. Der Beauftragte von UN und Arabischer Liga wolle direkte Gespräche mit den Behörden des Regimes führen, sagte UN-Sprecher Martin Nesirky am Freitag in New York. Annan werde auch mit der Opposition reden. Zudem wolle der frühere UN-Generalsekretär mit den Anrainerstaaten über die Krise sprechen.

          Schiff mit russischen Wafen auf dem Weg nach Syrien?

          Seit das Regime vor 14 Monaten begann, friedliche Proteste mit Gewalt niederzuschlagen, sind nach UN-Angaben mehr als 10.000 Menschen ums Leben gekommen. Im April waren UN-Beobachter als Teil des Annan-Friedensplanes nach Syrien geschickt worden. Sie sollen eine Waffenruhe überwachen, die bisher nur auf dem Papier existiert. „Es ist nun Zeit, dass sich der Sondervermittler persönlich in die Gespräche mit Regierung und Opposition einschaltet“, sagte UN-Sprecher Nesirky. Wann Annan aufbricht und welche Länder er bereist, wollte Nesirky aus Sicherheitsgründen nicht sagen.

          Nach Informationen der sogenannten Revolutionskomitees ist ein Schiff mit russischen Waffen und Munition für die Truppen Assads auf dem Weg zum syrischen Hafen Tartus. In Diskussionsforen der Aktivisten hieß es, die „Professor Katsman“ fahre unter russischer Flagge. Die Türkei hatte zuletzt nach einer ähnlichen Warnung ein Frachtschiff auf dem Weg nach Syrien gestoppt und durchsucht. An Bord wurden damals jedoch nach offiziellen Angaben keine Waffen entdeckt. Russland ist neben Iran der wichtigste Partner Assads.

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