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Syrien : Ministerpräsident Hidschab läuft zur Opposition über

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Übergelaufen wegen „Kriegsverbrechen und Völkermord“: Riad Hidschab Bild: Reuters

Der syrische Ministerpräsident Hidschab hat sich von Präsident Assad losgesagt und ins Ausland abgesetzt. Hidschab und seine Familie befänden sich an einem sicheren Ort, sagte ein Sprecher. Assad setzte eine Übergangsregierung ein.

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          Der syrische Regierungschef Riad Hidschab hat sich von Präsident Assad losgesagt und will sich der Opposition anschließen. „Ich erkläre heute, dass ich mich losgesagt habe von dem mörderischen und terroristischen Regime“, hieß es in einer Erklärung Hidschabs, die ein Sprecher in seinem Namen am Montag im arabischen Fernsehsender Al Dschasira verlas. „Ich erkläre, dass ich von heute an ein Soldat in dieser gesegneten Revolution bin“, hieß es in Hidschabs Stellungnahme weiter.

          Hidschab und seine Familie befänden sich an einem sicheren Ort, sagte sein Sprecher. Damit bestätigte er Angaben von Oppositionellen, wonach der bislang ranghöchste Politiker in Syrien gemeinsam mit drei weiteren Ministern geflohen sei. Er soll sich jetzt in Jordanien aufhalten.

          Zuvor hatten staatliche Stellen verbreiten lassen, der syrische Präsident Assad habe seinen Ministerpräsidenten nur zwei Monate nach dessen Ernennung aus dem Amt entlassen. Ein Grund für die Entlassung wurde nicht genannt. Zu seinem Nachfolger wurde der bisherige stellvertretende Ministerpräsident Omar Galawandschi bestimmt.

          Explosion im syrischen Staatssender

          Aus Damaskus war am Morgen eine Explosion gemeldet worden. Im Gebäude des syrischen Staatsfernsehens sei eine Bombe detoniert, berichteten staatliche syrische Medien. Die Wirkung sei allerdings gering gewesen. Drei Angestellte hätten leichte Verletzungen erlitten, teilte die syrische Regierung mit. Augenzeugen nach war die Bombe im dritten Stock des Gebäudes explodiert. Das Gebäude liegt in einer streng gesicherten Zone der Stadt. Die syrische Regierung machte Qatar, Saudi-Arabien und Israel für den Anschlag verantwortlich.

          Der Anschlag war das jüngste in einer Reihe von Attentaten in Damaskus. Der für das Regime verheerendste Anschlag hatte sich Mitte Juli ereignet, als vier Mitglieder von Assads innerstem Machtzirkel bei einem Anschlag in einem ebenfalls streng gesicherten Regierungsgebäude getötet worden waren.

          Weiter Kämpfe um Aleppo

          Die Kämpfe um Aleppo sind derweil nach Angaben der Aufständischen noch heftiger geworden. Im britischen Sender BBC hieß es am Sonntagabend, die syrischen Regierungstruppen seien in Vorbereitung auf eine Offensive in Aleppo ständig verstärkt worden. Viele Soldaten, Panzer und anderen Militärfahrzeuge seien zusammengezogen worden. Kampfflugzeuge, Helikopter und Artillerie hätten die Aufständischen weiterhin attackiert.

          Die Hauptstadt Damaskus ist inzwischen wieder weitgehend unter Kontrolle des Militärs. In tagelangen Kämpfen eroberten Assads Truppen das letzte Stadtviertel zurück, das Aufständische beherrscht hatten. Nach Angaben eines lokalen Aktivisten sollen die Regierungstruppen bei Hausdurchsuchungen mehrere Personen an Ort und Stelle erschossen haben. Von unabhängiger Seite lassen sich diese Informationen nicht überprüfen.

          Das Rote Kreuz appellierte an die Regierung und die Aufständischen, Zivilisten von Gewalt zu verschonen. Als eines der ersten europäischen Länder erwägt die Schweiz die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen. Man prüfe Möglichkeiten zur Hilfe für eine begrenzte Zahl von Syrern, sagte die Schweizer Regierung.

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