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Syrien : Vereinte Nationen scheitern mit Evakuierungsplan in Aleppo

  • Aktualisiert am

Flüchtlinge in Aleppo: Die Vereinten Nationen konnten keine Verletzten aus der Stadt bringen. Bild: AFP

Die geplante Evakuierung während einer Feuerpause in Aleppo ist geplatzt. Die Vereinten Nationen machen dafür auch die Rebellen verantwortlich. Amerika und Russland wollen weiter verhandeln.

          Nach dem Scheitern ihrer Bemühungen zum Abtransport von Kranken und Verletzten aus Aleppo haben die Vereinten Nationen den Kriegsparteien in Syrien schwere Vorwürfe gemacht. Es sei zutiefst bedauerlich, dass in tagelangen Verhandlungen über ein sicheres Geleit für den Krankentransport kein Ergebnis erzielt werden konnte, kritisierte der Koordinator für humanitäre Hilfe der Vereinten Nationen, Stephen O’Brien, am Montag in New York. „Wieder einmal haben die politische und militärische Logik in Syrien über die elementare Menschlichkeit gesiegt.“

          Der Widerstand gegen den Evakuierungsplan sei sowohl von Rebellen- wie auch von Regierungsseite gekommen, erklärte O’Brien. Die Regierung habe sich geweigert, Hilfen für die Kranken und Verletzten in den Rebellenhochburgen im Osten Aleppos zuzulassen. Und die diversen Rebellengruppen hätten Bedingungen aufgestellt, um für die Sicherheit der Krankentransporte zu bürgen.

          Neben der UNO waren das Rote Kreuz, der syrische Rote Halbmond und weitere Hilfsorganisationen an den Verhandlungen beteiligt. Ihr Ziel war es, Kranke und Verletzte zur medizinischen Behandlung aus der umkämpften syrischen Stadt zu bringen.

          Diplomatische Lösung gesucht

          Die Vereinigten Staaten und Russland wollen sich nach eigenen Angaben weiter um ein Ende der Krise in der heftig umkämpften Stadt bemühen. Darauf hätten sich  amerikanische Außenminister John Kerry und sein russischer Kollege Sergej Lawrow in einem Telefonat verständigt, teilte das russische Außenministerium am Montag mit. 

          Lawrow habe zudem die USA aufgefordert, ihre Pflicht zu erfüllen und die moderaten Rebellengruppen von den Extremisten zu trennen.

          Zuvor hatte Russland die einseitig ausgerufene Feuerpause in Aleppo offiziell für beendet erklärt. Die „humanitäre Pause“ habe am Samstag geendet, derzeit werde nicht erwogen, sie zu verlängern. Das weitere Vorgehen werde vom Handeln gegnerischer Kämpfer vor Ort abhängen.

          Die syrische Armee und ihr Verbündeter Russland hatten ihre Luftangriffe auf Rebellenstellungen in Ost-Aleppo am Donnerstag für drei Tage eingestellt.

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