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Krieg in Syrien : Mehr als 20 Tote bei Selbstmordanschlag auf kurdischer Hochzeit

  • Aktualisiert am

Eine bei dem Anschlag verwundete Frau wird ins Krankenhaus getragen. Bild: AFP

Der Bräutigam soll gegen den IS gekämpft haben. Andernorts in Syrien befürchten die Bewohner einer bombardierten Stadt Angriffe wie in Aleppo.

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          Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Hochzeit in Syrien sind am Montag nach Angaben von Aktivisten mehr als 20 Menschen getötet worden. Der Angriff habe sich in einem Dorf in der Provinz Hasaka im Nordosten des Landes ereignet, teilten am Abend die Kurdenmiliz YPG und die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Unter den Opfern sei auch der Bräutigam, der einem gegen Islamisten kämpfenden Rebellenbündnis angehört habe.

          Der Bräutigam war den Angaben zufolge Mitglied der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), einem Zusammenschluss aus kurdischen und arabischen Kämpfern. Die von den Vereinigten Staaten unterstützte Rebellenallianz bekämpft im Norden des Bürgerkriegslandes die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

          Nach unbestätigten Berichten könnte eine Selbstmordattentäterin für den Anschlag verantwortlich sein. Die dem IS nahestehende Agentur Amak erklärte, ein Attentäter habe mit automatischen Waffen und einem Sprengstoffgürtel kurdische Kämpfer angegriffen. Hasaka befindet sich seit August überwiegend unter Kontrolle der Kurden, nachdem die syrische Armee vertrieben worden war.

          Luftangriffe auf Stadt Duma

          Unterdessen wurde neben Aleppo auch die belagerte syrische Stadt Duma am Montag zum Ziel heftiger Luftangriffe. Allein am Vormittag seien mindestens zehn Luftangriffe auf den Vorort der Hauptstadt Damaskus geflogen worden, berichtete ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP. Die Menschen flüchteten in ihre Häuser, Schulen und Geschäfte wurden geschlossen.

          Die syrische Armee versucht seit fünf Monaten mit Hilfe verbündeter Milizen, die von Rebellen kontrollierte Stadt unter ihre Kontrolle zu bringen. Dabei rückte sie nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte bis auf drei Kilometer an Duma heran.

          Furcht vor Bombardierungen

          Die Bewohner befürchten nun, dass ihnen ein ähnliches Schicksal bevorsteht wie den Menschen im umkämpften Aleppo. „Alles ist möglich. Es könnte uns so ergehen wie Ost-Aleppo“, sagte der Aktivist Mohammed mit Blick auf den von Rebellen kontrollierten Ostteil Aleppos, der von der syrischen und russischen Luftwaffe seit Tagen mit einem Bombenhagel überzogen wird. Die Menschen in Duma bereiteten sich bereits „auf das Schlimmste“ vor.

          Duma liegt in der Region Ost-Ghuta im Nordosten von Damaskus und ist eine Hochburg der mächtigen Rebellengruppe Dschaisch al-Islam. Seit 2013 wird die Stadt von Regierungstruppen belagert. Im Juni hatte zum ersten Mal seit drei Jahren ein Konvoi mit Hilfsgütern die eingeschlossenen Menschen erreicht. Nach Angaben von Ärzten werden die Vorräte an Medikamenten aber bereits wieder knapp.

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