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Syrien-Konflikt : UN warnen vor komplettem Ende der Waffenruhe

  • Aktualisiert am

Bewohner der Stadt Aleppo helfen nach einem Luftangriff einem Verletzten. Bild: AFP

Die Vereinten Nationen schlagen Alarm: Amerika und Russland müssen eingreifen, sonst ist bald wieder überall Krieg in Syrien.

          Der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura hat die Vereinigten Staaten und Russland zu einer neuen Friedensinitiative für Syrien aufgefordert. Die beiden Weltmächte müssten sich für eine Rettung der brüchigen Waffenruhe und eine Wiederbelebung der stockenden Verhandlungen für ein Ende des Bürgerkriegs einsetzen, sagte de Mistura am Donnerstag in Genf.

          Der im Februar maßgeblich von Washington und Moskau durchgesetzte Waffenstillstand sei „in großer Gefahr und kann jederzeit kollabieren“, warnte De Mistura. Es sei eine dringliche Initiative auf höchster Ebene nötig, an der auch einflussreiche Länder der Region beteiligt werden müssten.

          In Syrien gilt seit Ende Februar eine Waffenruhe zwischen Regierungstruppen und gemäßigten Rebellen. Nachdem diese zunächst weitgehend eingehalten worden war, eskalierte die Lage kürzlich. Seit vergangenen Freitag starben nach Angaben von Aktivisten allein in Aleppo mehr als hundert Menschen. „Wie kann man substantielle Gespräche führen, wenn es nur Nachrichten über Bomben und Artilleriebeschuss gibt“, fragte de Mistura. Einen genauen Termin für die Fortsetzung der Genfer Gespräche wolle er erst festsetzen, wenn die Waffenruhe wieder eingehalten werde.

          Zwar lägen die Vorstellungen über die politischen Veränderungen in Syrien noch weit auseinander. Doch gebe es auch eine Annäherung in einigen Punkten, etwa dass einer Übergangsregierung Mitglieder der alten Regierung, der Opposition und unabhängige Vertreter angehören könnten.

          Die größte Oppositionsgruppe Hohes Verhandlungskomitee hatte sich vor einer Woche aus den Gesprächen zurückgezogen, weil es aus ihrer Sicht keine Fortschritte in dieser Frage gab und die Kämpfe wieder zunahmen. Die Opposition fordert, dass Präsident Baschar al-Assad von einer Übergangslösung für Syrien ausgeschlossen wird. Die Regierungen in Damaskus und Russland lehnen diese Vorbedingung ab. Ein weiterer Streitpunkt sind gegenseitige Vorwürfe, die Waffenruhe nicht einzuhalten.

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