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Syrien-Konflikt : Opposition erhält Syriens Sitz bei Arabischer Liga

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Aleppo: Ein syrisches Mädchen bedeckt ihr Gesicht, um sich vor dem Gestank des nicht abgeholten Mülls zu schützen. Bild: AFP

Die Arabische Liga hat der syrischen Opposition den bislang vakanten Sitz des Landes zugesprochen. Die Mitgliedschaft der Assad-Regierung war 2011 suspendiert worden.

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          Der vakante Sitz Syriens bei der Arabischen Liga ist nach Angaben eines ranghohen Vertreters der Organisation offiziell der syrischen Opposition zugesprochen worden. „Die Opposition wurde zum Gipfel der Arabischen Liga eingeladen und wird den Platz Syriens bei der Arabischen Liga einnehmen“, teilte der Vertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte, am Montag mit.

          Die Nationale Koalition, das wichtigste syrische Oppositionsbündnis, wird inzwischen von vielen Staaten als rechtmäßige Vertreterin der syrischen Bevölkerung anerkannt. Beim Gipfel der Liga in Qatar wird sie von Interimsregierungschef Ghassan Hitto vertreten. Syriens Mitgliedschaft in der Arabischen Liga wurde im November 2011 suspendiert.

          Qatar zählt zu den Hauptunterstützern der syrischen Opposition. In Syrien kämpfen Rebellen seit rund zwei Jahren gegen die Regierung von Präsident Baschar al Assad. In dem Bürgerkrieg starben nach Schätzungen der UN mehr als 70.000 Menschen.

          Paris ruft Opposition zur Einigung auf

          Frankreich rief die syrische Opposition zur Einigung auf. „Wir wollen, dass die Opposition (...) reformorientiert bleibt und wir sind absolut nicht damit einverstanden, dass sie Richtung Extremismus abgleitet“, sagte Frankreichs Außenminister Laurent Fabius am Montag dem Radiosender Europe 1. Der Minister äußerte sich auch zu Gerüchten, wonach der syrische Staatschef Baschar al Assad durch einen iranischen Leibwächter ermordet worden sei. Der Minister verwies auf die Information durch einen Internetdienst. „Aber sie ist nicht bestätigt.“

          Mit seinem Aufruf zur Einigkeit an die syrische Opposition reagierte Fabius auf den Rücktritt von Ahmed Moas al Chatib, der die Syrische Nationale Koalition leitete. In einer umstrittenen Wahl war am vergangenen Dienstag der Islamist und langjährige amerikanische Manager Ghassan Hittos zum Interimsregierungschef für die von den Rebellen in Syrien kontrollierten Gebiete bestimmt worden. Al Chatib galt als Gegner der Nominierung Hittos.

          „Wenn man vermeiden will, dass Syrien auseinanderbricht und dass am Ende die Extremisten die Oberhand gewinnen, dann braucht es eine politische Lösung“, sagte Fabius weiter. Dafür sei es nötig, auf militärischem Gebiet die Kräfte neu auszubalancieren. Frankreich will Waffen an die syrischen Rebellen liefern.

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