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Syrien : Kerry macht Russland Vorwürfe nach Angriff auf Klinik

  • Aktualisiert am

Trümmer nach den jüngsten Luftangriffen in Aleppo Bild: dpa

Regierungstruppen seien es gewesen, die trotz Waffenruhe Dutzende Zivilisten im syrischen Aleppo töteten, sagt Amerikas Außenminister. Moskau müsse endlich mehr Druck auf das Regime machen.

          Amerikas Außenminister John Kerry hat indirekt Russland mitverantwortlich für den Angriff auf ein Krankenhaus in der syrischen Stadt Aleppo gemacht. Die Truppen der von Moskau unterstützten Regierung von Syriens Präsident Baschar al-Assad griffen „offenbar absichtlich medizinische Einrichtungen“ an, erklärte Kerry in Washington. Die Attacke auf die Klinik in Aleppo sei „empörend“, kritisierte er. „Russland hat eine dringende Verantwortung, Druck auf das Regime auszuüben.“ Das militärische Vorgehen der Regierungstruppen in Aleppo verstoße gegen die Vereinbarungen des Waffenstillstands.

          Bei der Attacke auf das Al-Kuds-Krankenhaus waren in der Nacht zum vergangenen Donnerstag Dutzende Menschen getötet worden. Aktivisten aus der Region sprachen von 50 Todesopfern. Anderswo in Aleppo seien mindestens 20 weitere Zivilisten in von der Opposition kontrollierten Gebieten umgekommen. Die Syrische Menschenrechtsgruppen machten Truppen der Regierung dafür verantwortlich. Diese bestritt jede Beteiligung der syrischen Luftwaffe.

          Ban: „Unentschuldbar“

          UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte die Angriffe ebenfalls scharf. Es sei „unentschuldbar“, Zivilisten ins Visier zu nehmen, erklärte Ban am Donnerstag in New York. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

          Ban klagte, es habe in Syrien unlängst wieder „blindwütige Bombardierungen durch Kräfte der Regierung und der Opposition“ gegeben. Er rief die Konfliktparteien auf, „unverzüglich die Feindseligkeiten einzustellen“. Der UN-Generalsekretär forderte dabei insbesondere die Vereinigten Staaten und Russland auf, ihren Einfluss geltend zu machen und die verfeindeten Parteien zu einem Ende der Gewalt zu bewegen.

          Eigentlich gilt seit Ende Februar eine Feuerpause zwischen Regierungstruppen und Rebellen. Von ihr ausgenommen sind Angriffe auf islamistische Extremisten. Trotz wiederholter Verletzungen hielt die Waffenruhe prinzipiell bislang, doch droht sie nun zu scheitern. Der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura forderte in der Nacht zum Donnerstag in Genf, die Waffenruhe „dringend wiederzubeleben“, bevor im Mai die nächste Runde der Friedensgespräche beginne.

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