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Syrien : Im Morast der Gewalt

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Diese Aufnahme soll Mitglieder der von Deserteuren gegründeten "Freien Syrischen Armee" zeigen, die sich in Damaskus Kämpfe mit Assads Truppen liefern Bild: dapd

In Syrien wird der sektiererische Charakter des Konflikts zwischen der sunnitischen Mehrheit und der alawitischen Minderheit, zu der auch der Assad-Clan gehört, immer deutlicher. Sollen gezielte Massaker nun „ethnische Säuberungen“ einleiten?

          Die syrische Hauptstadt Damaskus war bis jetzt - sieht man von Anschlägen und gelegentlichen Scharmützeln in äußeren Bezirken einmal ab - von exzessiver Gewalt verschont worden; doch nun haben die Kämpfe auch sie erreicht. Sie werden wahrscheinlich noch eskalieren, denn Damaskus gilt als Hochburg des Assad-Regimes, das sich gerade hier behaupten muss und will.

          Umgekehrt wissen die Aufständischen, dass das Regime nicht fallen wird, solange sie die Hauptstadt nicht in ihren Händen haben; so werden sie ihre militärischen Bemühungen verstärken, um dieses Ziel zu erreichen. Auch in Hama und Aleppo sowie in anderen Landesteilen haben sich die Kämpfe so sehr verschärft, dass nun auch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz offiziell von einem Bürgerkrieg spricht.

          Die Gewalttaten überschatten die diplomatischen Bemühungen, die gleichzeitig an vielen Orten im Gange sind. Der Syrien-Sondergesandte und frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan konferierte mit der Führung in Moskau, die ihrerseits dem „Westen“ die Schuld an der Lage in Syrien gibt - nicht der jahrzehntelangen Unterdrückung der Bevölkerung durch Assads Geheimdienste.

          Annans Nachfolger Ban Ki-moon hält Kontakt mit Peking, das ebenfalls, wenn auch weniger lautstark, am Damaszener Regime festhält. Die amerikanische Außenministerin Clinton spricht mit der israelischen Führung über die jüngsten politischen Veränderungen in der Region, gewiss aber auch über die Lage in Syrien. Israel hat gegenüber diesen Ereignissen eine zwiespältige, insgesamt abwartende Einstellung.

          Immer deutlicher wird auch der sektiererische Charakter des Konflikts zwischen der sunnitischen Mehrheit und der alawitischen, in einem weiteren Sinn schiitischen Minderheit, welcher der herrschende Clan angehört. Schon wird gemunkelt, Iran leiste dem Assad-Regime auch personell Hilfe bei seinen Anstrengungen, den Aufstand niederzuschlagen. Überprüfen lässt sich das ebenso wenig wie die verschiedenen Versionen des jüngsten Massakers von Tremseh.

          Wurde da nach balkanischem Muster, wie schon geargwöhnt wird, eine "ethnische Säuberung" eingeleitet, sollen also durch gezielte Massaker unerwünschte Bevölkerungsgruppen in Angst und Schrecken versetzt werden, so dass sie ihre Viertel oder Städte verlassen? Syrien droht nun endgültig im Morast der Gewalt zu versinken.

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