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Syrien : Hunderttausende in Aleppo haben nur noch giftiges Brunnenwasser

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Eine Familie irrt durch die Ruinen von Aleppo. Bild: AFP

Wegen Angriffen auf Pumpstationen sind rund zwei Millionen Menschen ohne ausreichende Wasserversorgung, warnen die Vereinten Nationen. Laut oppositionsnahen Helfern sind in den vergangenen zwei Tagen fast hundert Zivilisten durch Bomben getötet worden. Eine Flucht sei unmöglich.

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          Die Lage der Menschen wird immer verzweifelter. Das Kinderhilfswerk Unicef erklärt, in Aleppo seien fast zwei Millionen Menschen ohne fließendes Wasser. Es sei entscheidend für das Überleben der Kinder, dass alle Konfliktparteien ihre Angriffe auf die Wasserversorgung einstellten, schreibt die Organisation der Vereinten Nationen

          Im Osten Aleppos seien die Bewohner auf kontaminiertes Brunnenwasser angewiesen. Im Westen sei das Wasser aus den Brunnen immerhin sicher. Das Hilfswerk werde seine Versorgung mit Wassertrucks intensivieren. Das sei jedoch keine langfristige Lösung.

          Bei den Angriffen in der Provinz Aleppo wurden nach Angaben ziviler Helfer, der Weißhelme, mindestens 93 Menschen getötet. Der schwere Beschuss der Rebellengebiete dauerte den zweiten Tag in Folge an. Ein Aktivist in Aleppo beschrieb die Situation als verheerend. Die ganze Stadt bebe als Folge der Einschläge. Die Armee des syrischen Regimes habe Brandbomben und die international geächtete Streumunition eingesetzt.

          Anwohner und ein Sprecher der Weißhelme sagten der Deutschen Presse-Agentur, alle Wege aus dem belagerten Ostteil der Stadt seien versperrt. Die Menschen könnten nicht fliehen, sie müssten in ihren Wohnungen ausharren. In den Rebellengebieten Aleppos sollen sich noch mehr als 250.000 Menschen aufhalten.

          Schwere Luftangriffe auf die umkämpfte Stadt verringerten überdies die Chancen auf eine Waffenruhe in Syrien. Mit mehr als 70 Bombardements bereiteten die Truppen von Machthaber Baschar al-Assad am Freitag eine Bodenoffensive auf Rebellengebiete im Ostteil der Stadt vor, berichtet die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

          Zuvor waren neue internationale Bemühungen ohne Erfolg geblieben, die zwischen den Vereinigten Staaten und Russland ausgehandelte Waffenruhe wieder in Kraft zu setzen. „Heute könnte die Lage nicht ernster sein!“, sagte Steinmeier. Während die Welt um eine Feuerpause ringe, bombe Assad Aleppo weiter zu Trümmern. „Das zeigt einmal mehr: Das Assad-Regime kann und darf die Zukunft Syriens nicht bestimmen.“ Russland gilt zusammen mit dem Iran als wichtigste Schutzmacht Assads. Lawrow warf den Vereinigten Staaten vor, radikale Kräfte nicht von den gemäßigten syrischen Rebellen trennen zu wollen.

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