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Syrien : Hunderte Tote bei Gefechten

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Aufständische Kämpfer in Aleppo: Das „Abdallah-Al-Kaakeh“-Bataillon kämpft für die „Freie Armee Syriens“ gegen Assads Truppen Bild: REUTERS

Bei Kämpfen zwischen Rebellen und Regierungstruppen um eine Polizeiakademie in der Provinz Aleppo soll es mehr als 200 Tote gegeben haben. In einem Interview mit der „Sunday Times“ lehnt Staatspräsident Assad weiter Verhandlungen mit „bewaffneten Terroristen“ ab.

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          Nach heftigen Kämpfen mit Dutzenden Toten haben die syrischen Rebellen am Wochenende offenbar große Teile einer Polizeiakademie in der Nähe des strategisch wichtigen Wirtschaftszentrums Aleppo erobert. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, bei den acht Tage andauernden Kämpfen um die Polizeischule von Khan al Assal seien 120 Soldaten des Regimes und 80 Rebellen getötet worden. Demnach brachten die Rebellen die Anlage am Sonntag nahezu vollständig unter ihre Kontrolle.

          Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle teilte ferner mit, das Gefängnis der Stadt Raqqa sei von den Rebellen erobert und oppositionelle Gefangene seien befreit worden. Die Armee von Machthaber Baschar al Assad hatte am Samstag Erfolge gemeldet und mitgeteilt, sie kontrolliere nun eine Straße von der nördlichen Provinz Hama zum Flughafen von Aleppo. Ein Zugang zu dem Flughafen könnte der Armee Nachschub in die umkämpfte Region sichern. Allein am Samstag wurden nach Angaben der Beobachtungsstelle in ganz Syrien mehr als 180 Menschen getötet.

          Aufständische am Wrack eines abgeschossenen Hubschraubers nahe Aleppo

          Am Sonntag boten die Vereinten Nationen die Vermittlung von Gesprächen der Opposition mit dem Assad-Regime an. Das teilte UN-Generalsekretär Ban Ki-moon nach einem Treffen mit dem Syrien-Sondergesandten von UN und Arabischer Liga, Lakhdar Brahimi, am Samstag in der Schweiz mit. Die Vereinten Nationen seien bereit, „einen Dialog zwischen einer starken und repräsentativen Delegation der Opposition und einer glaubwürdigen und bevollmächtigten Delegation der syrischen Regierung zu unterstützen“, heißt es einer Erklärung vom Sonntag.  Assad warf Großbritannien vor, „Terroristen“ in seinem Land mit Waffen versorgen zu wollen.

          Der Zeitung „Sunday Times“ sagte Assad, er sei – „so wie jeder patriotische Syrer“ – nicht bereit, im Exil zu leben. Der britische Außenminister William Hague bezeichnete die Äußerungen Assads als „wahnhaft“. Er schloss für die Zukunft Waffenlieferungen an die Opposition nicht aus. Die Lage in Syrien sei für Frieden und Stabilität in der Welt so gefährlich, dass man sie nicht ignorieren könne, sagte er der BBC. In den kommenden Tagen will London weitere materielle Hilfe für die Rebellen bekanntgeben, aber noch keine Waffenlieferungen.

          Aufständische Kämpfer in Aleppo: Das „Abdallah-Al-Kaakeh“-Bataillon kämpft für die „Freie Armee Syriens“ gegen Assads Truppen

          Assad hatte der „Sunday Times“ gesagt, Großbritannien habe in den vergangenen Jahrzehnten oder auch Jahrhunderten in verschiedenen Fällen eine höchst destruktive Rolle gespielt. Die derzeitige Regierung in London stehe mit „ihrer einfältigen und unreifen Rhetorik“ in dieser Tradition. 

          Das iranische Regime stärkte Assad am Wochenende den Rücken. Am Samstag teilte der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi in Teheran mit, Assad werde sich im kommenden Jahr abermals um das Präsidentenamt bewerben. „Präsident Assad und andere Kandidaten werden an der nächsten Wahl teilnehmen, und das syrische Volk kann wählen, wen es will“, sagte Salehi nach einem Treffen mit dem syrischen Außenminister Walid al Muallim.

          Bis zu der Wahl im Jahr 2014 sei Assad „rechtmäßiger Präsident“ Syriens, bekräftigte Salehi, dessen Land nach wie vor ein enger Verbündeter des Assad-Regimes ist.  Muallim verurteilte die Ankündigung des amerikanischen Außenministers John Kerry, die syrische Opposition mit umgerechnet rund 46 Millionen Euro für „nicht tödliche“ Ausrüstung zu unterstützen. Auch das Außenministerium in Moskau hatte das kritisiert. Der amerikanische Präsident Barack Obama und der russische Präsident Wladimir Putin hatten am Freitag am Telefon über den Bürgerkrieg in Syrien gesprochen. Sie betonten „die Notwendigkeit eines politischen Übergangs, um die Gewalt so schnell wie möglich zu beenden“, wie das Weiße Haus mitteilte.

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