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Syrien : Gefechte an Grenzübergang zur Türkei

  • Aktualisiert am

Schüsse auch auf türkischem Territorium - Rebellen melden Einnahme eines weiteren Grenzpostens Bild: reuters

An der Grenze zur Türkei haben sich syrische Aufständische und Regierungstruppen heftige Gefechte um einen Grenzübergang geliefert. In Damaskus haben die Regierungstruppen offenbar Aufständische aus einigen Vierteln vertrieben.

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          In Syrien haben sich Aufständische und Regierungstruppen am Mittwoch ein heftiges Gefecht um einen Grenzübergang zur Türkei geliefert. Auf Fernsehaufnahmen war zu sehen, wie Rebellen auf dem Dach eines Regierungsgebäudes am Posten Tel Abjad die Landesfahne herunterrissen. Aus dem Gebäude stieg schwarzer Rauch empor, im Hintergrund war Gewehrfeuer zu hören.

          Es war zunächst unklar, ob die Aufständischen den ganzen Grenzübergang unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Die Kämpfe in der Provinz Al Rakka hatten am Dienstag begonnen. Die Region stand bislang überwiegend loyal an der Seite von Präsident Baschar al Assad. Die Aufständischen kontrollieren bereits zwei Übergänge zur Türkei.

          Wegen der Gefechte ordnete der zuständige Gouverneur für die Kleinstadt Akcakale und umliegende Dörfern auf der türkischen Seite der Grenze an, für einen Tag die Schule zu schließen und nicht auf den Feldern zu arbeiten. 

          Der vor eineinhalb Jahren ausgebrochene Aufstand gegen Assad hat sich zu einem offenen Bürgerkrieg ausgeweitet. Dabei sind schätzungsweise mehr als 27.000 Menschen getötet worden.

          Unterdessen haben die syrischen Regierungstruppen die Aufständischen aus einigen Vierteln von Damaskus vertrieben. Das meldeten Oppositionelle und die staatlichen Medien am Mittwoch übereinstimmend. Während die Nachrichtenagentur Sana über Erfolge im Kampf gegen „bewaffnete Terroristen“ schrieb, berichteten die Aktivisten, die Aufständischen hätten sich nach heftigen Kämpfen und Artilleriebeschuss aus dem Viertel Al-Hadschr Al Aswad zurückgezogen. Im Stadtteil Dschobar wurden laut Opposition 20 Leichen von Männern
          gefunden, die öffentlich hingerichtet worden waren. Im Palästinenser-Viertel Jarmuk wurde ihren Angaben zufolge gekämpft.

          Mursi fordert Iran auf, Unterstützung für Syrien zurückzuziehen

          Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi hat derweil Iran indirekt aufgefordert, seine Unterstützung für die syrische
          Regierung zu überdenken. Die Beziehungen zwischen Ägypten und Iran würden durch die Rückendeckung Teherans für Präsident Baschar Assad behindert, sagte Mursi am Dienstag laut seinem Sprecher zum iranischen Außenminister Ali Akbar Salehi. Er könne die Tatsache nicht ignorieren, dass sich die öffentliche Meinung in Ägypten mehrheitlich gegen das syrische Regime richte, das sich einer „harten Sprache und Gewalt“ bediene.

          Salehi, dessen Land einer der letzten verbliebenen Verbündeten
          Syriens ist, sollte an diesem Mittwoch nach Syrien reisen, wo er mit Assad und weiteren Regierungsvertretern zusammentreffen wird. Sein Gespräch mit Mursi fand im Rahmen des Treffens des „Islamischen Quartetts“ in Kairo statt, einer Initiative, mit der die Regionalmächte eine Lösung in der Syrien-Krise herbeiführen wollen.

          Am Mittwoch empfing der syrische Staatschef Baschar al Assad den iranischen Außenminister Ali Akbar
          Salehi in Damaskus. Zuvor habe Salehi seinen syrischen
          Kollegen Walid Muallem getroffen, meldete die staatliche
          Nachrichtenagentur Sana. Bei seiner Ankunft erklärte Salehi, er
          wolle mit der Führung über die derzeitige Krise im Land beraten. Diese könne nur „im Inneren der syrischen Familie“ beigelegt werden, „unter Beteiligung und Koordinierung aller internationalen und regionalen Einrichtungen“.



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