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Krieg in Syrien : Friedensgespräche verschoben

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Truppen der syrischen Armee am Montag. Seit Freitagnacht gilt in Syrien eine Waffenruhe. Bild: dpa

UN-Vermittler Staffan de Mistura hat die Friedensgespräche für Syrien verschoben. Die Feuerpause scheint ihm nicht stabil genug. In Nordsyrien soll eine Gruppe internationaler Journalisten beschossen worden sein.

          Der UN-Syrienvermittler Staffan de Mistura hat die geplanten Genfer Friedensgespräche für Syrien vom 7. auf den 9. März verschoben. Für die Verschiebung nannte er logistische Gründe. Außerdem solle es mehr Zeit geben, damit die Feuerpause greifen könne. De Mistura sagte, er wolle nicht, dass sich die Genfer Gespräche darum drehten, ob die Feuerpause eingehalten werde.

          Die Feuerpause war am Samstag in Kraft getretenen. Die Regierung und die Opposition werfen sich gegenseitig vor, die Vereinbarung zu brechen. Internationale Beobachter sehen aber ein Abflauen der Kämpfe.

          Staffan de Mistura

          Die Vereinten Nationen hoffen, dass die Feuerpause die Versorgung der Bevölkerung ermöglicht und den Boden für Friedensgespräche bereitet. Die Friedensgespräche waren Anfang Februar nach nur wenigen Tagen in Genf abgebrochen und vertagt worden. Seit 2012 waren zwei ähnliche Verhandlungsrunden gescheitert. An den Verhandlungen sollen die von der Staatengemeinschaft anerkannten Kriegsparteien teilnehmen, also nicht die beiden größten Islamistentruppen der Nusra-Front und des „Islamischen Staates“ (IS).

          Russland äußerte die Sorge, dass chemische Waffen in Syrien in die Hände von Terroristen fallen könnten. Außenministers Sergej Lawrow schlug deshalb bei der UN-Konferenz für Abrüstung in Genf ein neues internationales Abkommen über Gegenmaßnahmen vor.

          Journalisten von Artillerie beschossen

          Trotz der Waffenruhe wurde im Nordwesten Syriens nach russischen Angaben eine internationale Journalistengruppe beschossen, darunter auch Deutsche. Mehrere Artilleriegeschosse seien 150 bis 400 Meter von den 33 Reportern entfernt eingeschlagen, sagte der russische Militärsprecher Igor Konaschenkow. Die Geschosse sollen von türkischem Territorium aus abgefeuert worden sein.

          Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und sein amerikanischer Kollege John Kerry bezeichneten die Waffenruhe bei einem Treffen in Washington als Zeichen der Hoffnung für das Kriegsland. Kerry erklärte, Verstöße würden untersucht. „Es ist nicht überraschend, dass jemand Kampfflugzeuge in der Luft sieht oder sogar beobachtet, dass Kampfflugzeuge Bomben abwerfen. Die Frage ist, wo sie sie abgeworfen haben und wer dort am Boden ist.“ Angriffe auf den IS und die Nusra-Front sind während der Waffenruhe weiterhin erlaubt.

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