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Syrien : Dutzende Tote bei Angriff auf Tankstelle

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Eine Einheit iranischer Araber, Teil der iranischen Revolutionsgarden, bei einer Zeremonie vor den Toren Teherans im Jahr 2008 Bild: AP

Nach Angaben von Aktivisten sind in der nordsyrischen Provinz Raka bei einem Luftangriff Dutzende Menschen getötet worden. Unterdessen wurde am Donnerstag ein westlicher Geheimdienstbericht publik, dem zufolge Iran Waffen und Kämpfer nach Syrien schleusen soll.

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          Bei einer Explosion in der nordsyrischen Provinz Raka sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 30 Menschen getötet worden. Die Explosion habe sich an einer Tankstelle im Dorf Ain Issa infolge eines Luftangriffs ereignet, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag mit. Dutzende weitere seien bei der Explosion verwundet worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

          In den vergangenen Wochen hatten die syrischen Streitkräfte die Luftangriffe deutlich ausgeweitet. In dem seit Monaten währenden Konflikt zwischen Aufständischen und den Truppen von Staatschef Baschar al Assad wurden laut der Beobachtungsstelle bislang mehr als 29.000 Menschen getötet.

          Einem westlichen Geheimdienstbericht zufolge unterstützt Iran das Regime des syrischen Präsidenten in großem Umfang mit Waffen und Soldaten. Laut dem Bericht, welcher der Nachrichtenagentur Reuters in New York vorliegt, finden die Transporte auf dem Luftweg in zivilen Flugzeugen über den Irak statt.

          Beinahe täglich würden Dutzende Tonnen Waffen und zahlreiche Angehörige der Revolutionsgarden nach Syrien geflogen, heißt es in dem Bericht. Bewaffnet würden sowohl die syrischen Regierungstruppen wie auch regimetreue Milizen. Auch auf dem Landweg über den Irak würden Lastwagen große Mengen Waffen und Munition nach Syrien bringen, heißt es.

          Der amerikanische Senator John Kerry hatte am Mittwoch damit gedroht, die Vereinigten Staaten könnten ihre Unterstützungszahlungen an die irakische Regierung überprüfen. Die Regierung in Bagdad bestreitet derweil, dass sie Waffentransporte in ihrem Luftraum zulässt. Dem Geheimdienstbericht zufolge gibt es zwischen ranghohen iranischen und irakischen Vertretern dagegen ein Abkommen, das den systematischen Waffentransport ermöglicht.

          Dieses Videostandbild soll Kämpfer der Freien Syrischen Armee auf dem Hauptplatz der nordsyrischen Stadt Raqqa zeigen

          Teherans Verteidigungsminister Ahmed Vahidi bestritt laut Angaben der Iranischen Studenten Nachrichtenagentur inzwischen die massive militärische Unterstützung Syriens. Die Präsenz von Personal Irans mit militärischem Hintergrund im Libanon und in Syrien sei im Umfang vergleichbar dem anderer Staaten in Iran. Gemäß der Wiener Konvention aus dem Jahr 1961 können Staaten militärisches Personal im Rahmen diplomatischer Missionen in andere Länder schicken.

          In Syrien sind seit Wochenbeginn abermals Hunderte Menschen bei Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Aufständischen ums Leben gekommen. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete am Donnerstag, die
          Regierungstruppen hätten in der Provinz Aleppo etwa 100 "Terroristen" getötet.

          Die UN-Generalversammlung (Archivbild) soll am Donnerstag über die Lage in Syrien diskutieren

          Der Syrien-Konflikt wird nach Worten von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon am Donnerstag auch auf der Tagesordnung der UN-Vollversammlung der Vereinten Nationen stehen. Ban sagte am Mittwoch vor Journalisten in New York, bei der UN-Vollversammlung sollten die Regierungsspitzen eine gemeinsame Position finden, um den Konflikt zu beenden und den Menschen dort zu helfen. Die diplomatischen Bemühungen um eine Lösung der Krise sollten trotz aller Schwierigkeiten weitergehen, forderte den UN-Generalsekretär.

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