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Syrien : Berichte über neue Massaker

Während sich das Assad-Regime dialogbereit gibt, werden neue Gefechte aus vielen Teilen Syriens gemeldet. In Damaskus wurden 30 Leichname mit Folterspuren gefunden; in der Provinz Hama soll es zu einem Massaker an einer sunnitischen Familie gekommen sein.

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          Das Blutvergießen in Syrien dauert an. Das Regime von Machthaber Baschar al Assad hat zwar Gesprächsbereitschaft bekundet, zugleich sind aber am Neujahrstag aus mehreren Teilen des Landes neue Massaker und Kämpfe gemeldet worden. Ministerpräsident Wael al Halqi sagte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Sana am Montag vor dem Parlament, die Führung in Damaskus unterstütze „das Projekt zur nationalen Aussöhnung“. Sie heiße „jede regionale oder internationale Initiative für eine Lösung der Krise durch Dialog und mit friedlichen Mitteln ohne Einmischung von außen“ gut. Er fügte aber an, Syrien bewege sich auf den „historischen Moment des Sieges über seine Feinde“ zu.

          Christoph Ehrhardt

          Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.

          Halqi machte die ausländischen Sanktionen als Grund für den Verfall der Wirtschaft aus und versuchte Sorgen über Versorgungsengpässe mit Blick auf Nahrungsmittel, Treibstoff und medizinische Güter zu zerstreuen. Die Armeeführung hatte zuvor in einer Erklärung ihre Entschlossenheit bekräftigt, den Bürgerkrieg fortzusetzen. Darin war vom Kampf gegen Terroristen der dschihadistischen Al-Nusra-Front und „Nato-Söldnern“ die Rede.

          Milizionäre töten 23 Mitglieder sunnitischer Familie

          Die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete, in einem Viertel am nördlichen Rand der Hauptstadt Damaskus seien 30 Leichname gefunden worden, die Spuren von Folter aufwiesen. Aus den Vorstädten von Damaskus waren in den vergangenen Tagen immer wieder Kämpfe und Luftangriffe gemeldet worden.

          Die Deutsche Presse-Agentur berichtete am Dienstag unter Berufung auf Angaben von Regimegegnern von einem neuen Massaker, das regimetreue sogenannte Schabiha-Milizionäre an Zivilisten angerichtet hätten. Sie hätten demnach in dem Dorf Maan in der Provinz Hama 23 Menschen enthauptet. Die Getöteten gehörten zu den wenigen sunnitischen Familien, die in dem Dorf lebten. Unter den Opfern sollen sieben Kinder sein. Die Leichname seien angezündet worden, so dass einige von ihnen noch nicht hätten identifiziert werden können, hieß es. Ferner wurden Gefechte um den Flughafen des strategisch wichtigen Wirtschaftszentrums Aleppo gemeldet.

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