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Syrien : Assads Armee bombardiert Stadtviertel in Damaskus

  • -Aktualisiert am
Kriegsfolgen: Ein am 18. Juli aufgenommenes Satellitenbild zeigt das damaszener Stadtviertel Al Qabun
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          Nach dem verheerenden Anschlag auf die Führung des Assad-Regimes in Damaskus haben sich die Kämpfe zwischen syrischen Sicherheitskräften und Aufständischen ausgeweitet. Die Armee ging am Donnerstag mit Hubschraubern und Artillerie gegen Kämpfer der Freien Syrischen Armee (FSA) und andere Oppositionsmilizen vor. In der Nacht hatten die Truppen des Regimes verschiedene Viertel vom nördlich der Hauptstadt gelegenen Berg Kasioun aus bombardiert.

          Unterdessen haben Russland und China zum dritten Mal ihr  Veto gegen eine Syrien-Resolution des UN-Sicherheitsrates eingelegt. Die beiden ständigen Mitglieder des mächtigsten UN-Gremiums blockierten am Donnerstag in New York einen westlichen Entwurf trotz großer Mehrheit von elf Stimmen. Zwei Länder enthielten sich. Damit ist auch die Zukunft der Beobachtermission Unsmis in Syrien vorerst ungeklärt. Ihr Mandat läuft am Freitag aus.

          Der Resolutionsentwurf, an dem auch Deutschland beteiligt war, sah einen Umbau der militärischen Beobachtertruppe hin zu einer zivileren Mission vor, die auf Verhandlungen hinwirken sollte. Zum ersten Mal enthielt der Entwurf auch die Drohung mit Wirtschaftssanktionen für den Fall, dass die Gewalt nicht endet. Diesen Passus lehnt Russland ab. Moskau hatte eine bloße Verlängerung der Mission ohne jede Verbindlichkeit vorgeschlagen. Sondervermittler Kofi Annan und UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hatten hingegen „Konsequenzen“ gefordert, wenn der Friedensplan nicht befolgt werde.

          Hunderte Familien auf der Flucht

          In Syrien flohen am Donnerstag laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP Hunderte Familien aus den umkämpften Bezirken, nachdem Sicherheitskräfte angekündigt hatten, die Stadt bis zum Beginn des Fastenmonats Ramadan an diesem Freitag „von Terroristen zu säubern“.

          Der Kommandeur der UN-Beobachtermission für Syrien (Unsmis), Robert Mood, verließ am Donnerstag die syrische Hauptstadt. „Wir befinden uns nicht auf dem Weg des Friedens“, sagte er einen Tag vor Auslaufen des Mandats seiner Mission. „Das zeigt auch die Eskalation der vergangenen Tage.“ Menschenrechtsorganisationen berichteten von landesweit mehr als 200 Toten am Tag des Anschlags. Das ist die höchste Zahl an einem Tag seit Beginn des Konflikts im März 2011.

          Bislang keine Äußerung Assads

          Syriens Präsident Baschar al Assad äußerte sich auch am Donnerstag nicht zu dem Anschlag auf ein Gebäude der Nationalen Sicherheitsdienste, bei dem der Verteidigungsminister, dessen Stellvertreter – Assads Schwager Assef Schaukat – und der Sicherheitsberater des stellvertretenden Präsidenten getötet worden waren. Die Kämpfe fänden inzwischen in Sichtweite des Präsidentenpalastes statt, berichteten Augenzeugen lokalen Medien. In mindestens sechs Stadtvierteln gebe es Gefechte, hieß es.

          Kurz nach dem Bombenanschlag hatte Assad den bisherigen Generalstabschef Fahad al Freij zum neuen Verteidigungsminister ernannt. Arabische Medien berichteten unter Berufung auf Sicherheitskreise, Assad befinde sich weiter in Damaskus; die Nachrichtenagentur Reuters schrieb unter Berufung auf Oppositionelle und Diplomaten, er sei schon Tage vor dem Anschlag in einem Regierungspalast in der Küstenstadt Latakia eingetroffen. Gerüchte, Assads Frau und die drei kleinen Kinder seien außer Landes gebracht worden, ließen sich nicht bestätigen.

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