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Syrien : Assad zeigt sich in Moschee

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Beim Gebet: Syriens Präsident Baschar al Assad in der Al-Hamad-Moschee an diesem Sonntag; das Foto veröffentlichte die staatliche Nachrichtenagentur Sana Bild: REUTERS

Wochenlang hatte sich der syrische Machthaber Assad nicht mehr öffentlich gezeigt. Nun ließ er sich zum Ende des Ramadans beim Gebet in der Al-Hamad-Moschee ablichten. Andernorts wird weiter gekämpft.

          Der syrische Präsident Baschar al Assad hat sich am Sonntag erstmals seit dem Anschlag auf die Führungszentrale der Sicherheitskräfte Mitte Juli wieder in der Öffentlichkeit gezeigt. Das Staatsfernsehen sendete Bilder, die Assad beim Gebet in einer Moschee in Damaskus zeigten. Bei dem Anschlag im Juli waren mehrere ranghohe Vertreter der Sicherheitskräfte getötet worden, darunter Assads Schwager Assef Schaukat. Gerüchte, der syrische Vizepräsident Faruk al Scharaa habe sich ins benachbarte Jordanien abgesetzt, wurden am Wochenende von dessen Büro dementiert.

          Wie der vergangenen Monat geflohene frühere Ministerpräsident Riad al Hidschab gehört Scharaa der sunnitischen Glaubensrichtung des Islam an. Auch der bislang ranghöchste geflohene General Manaf al Tlass ist Sunnit, während Assad und sein engster Führungszirkel mehrheitlich Alawiten sind.

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          Die UN-Überwachungsmission für Syrien (Unsmis) hat am Sonntag ihre Arbeit eingestellt. Der Unsmis-Oberkommandierende Babacar Gaye forderte die Konfliktparteien auf, „von militärischer Logik auf eine an Dialog ausgerichtete Einstellung“ umzuschalten. Wegen der anhaltenden Kämpfe zwischen Einheiten Präsident Baschar al Assads und Aufständischen hatte der Sicherheitsrat die im April begonnene Mission von rund 400 unbewaffneten Beobachtern vergangene Woche nicht verlängert. Die Vereinten Nationen werden auch weiter ein Büro in Damaskus unterhalten, sagte Gaye in Damaskus.

          Zudem kündigte der frühere algerische Außenminister Lakhdar Brahimi seine Bereitschaft zur Nachfolge des gescheiterten Syrien-Sondervermittlers von Vereinten Nationen und Arabischer Liga, Kofi Annan, an. Dem früheren UN-Generalsekretär war es nicht gelungen, einen Waffenstillstand zu vermitteln. Russland und die Vereinigten Staaten erklärten sich am Wochenende zur Unterstützung Brahimis bereit, der sagte, er sehe sich für die Nachfolge Annans gerüstet, weil „ich genauso verrückt bin wie er“. Sein Beginn der Revolution in Syrien im März 2011 sind nach jüngsten UN-Angaben mehr als 18 000 Menschen getötet worden.

          Kämpfe und Proteste

          Sowohl die friedlichen Proteste gegen das Assad-Regime wie die Kämpfe zwischen bewaffneten Verbänden gingen am Wochenende weiter. Zu Beginn des muslimischen Eid al Fitr-Festes am Ende des Fastenmonats Ramadans forderten Demonstranten in Moscheen und auf Friedhöfen einen Sturz Assads und den Sieg der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA).

          Aufständische rückten am Sonntag Medienberichten zufolge weiter in Richtung des Flughafens des nordsyrischen Aleppo vor. Gekämpft wurde außerdem in einem Bezirk von Damaskus, in den Provinzen Homs, Daraa und Deir al Zour. Auch der bereits am Mittwoch von der syrischen Luftwaffe bombardierte Ort Avaz wurde am Samstag abermals Ziel von Luftangriffen.

          „Kein Spionageschiff“

          Das Bundesverteidigungsministerium hat einen Bericht der „Bild am Sonntag“ dementiert, dass ein deutsches „Spionageschiff“ vor der syrischen Küste kreuze. Das Schiff habe modernste Spionagetechnik des Bundesnachrichtendienstes (BND) an Bord und könne Truppenbewegungen bis zu 600 Kilometer tief in Syrien beobachten, berichtete die Zeitung. Es handele sich schlicht um Flottendienstboot, das für Frühwarn-, Melde- und Aufklärungsarbeiten konzipiert sei, sagte ein Ministeriumssprecher.

          Informationsbeschaffung sei keine Spionage. Dieses Flottendienstboot sei seit Jahren routinegemäß auch im Mittelmeer unterwegs, derzeit liege es im Hafen Cagliari in Sardinien. Zu Einzelheiten äußerte er sich nicht. Der BND wollte den Bericht der Zeitung nicht kommentieren.

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