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Syrien : Assad-Truppen rücken in Aleppo vor

  • Aktualisiert am

Nach einem Angriff der syrischen Luftwaffe auf Tel Rafat, nördlich von Aleppo Bild: REUTERS

Syrische Truppen haben offenbar Teile Aleppos zurückerobert. Der übergelaufene syrische Ministerpräsident soll sich derweil in Jordanien aufhalten.

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          In der syrischen Wirtschaftsmetropole Aleppo haben Regierungstruppen Medienberichten zufolge am Mittwoch eine Bodenoffensive gestartet. Der libanesische TV-Sender Al Manar berichtete unter Berufung auf einen Kommandeur der Freien Syrischen Armee (FSA), Soldaten von Präsident Baschar Assad seien am Morgen mit Panzern in den heftig umkämpften Bezirk Salahedin vorgerückt. Aktivisten zufolge handelte es sich um die schwersten Gefechte in Salahadin seit Beginn der Unruhen.

          Unterdessen meldete die amtliche jordanische Nachrichtenagentur Petra, dass sich der zur Opposition übergelaufene syrische Ministerpräsident Riad Hidschab im Land aufhalte. Zuvor hatte es widersprüchliche Berichte über den Aufenthaltsort Hidschabs gegeben. Maajtah stritt am Montag zunächst noch ab, dass sich der syrische Ministerpräsident in Jordanien aufhalte. Ein jordanischer Behördenvertreter und die Freie Syrische Armee bestätigten indes Hidschabs Flucht mit seiner Familie nach Jordanien. Ihnen zufolge plante dieser seine Weiterreise nach Katar, ein Zeitpunkt wurde allerdings nicht genannt.

          Der französische Fernsehsender France 24 berichtete, einer seiner Reporter habe aus Syrien fliehen müssen, nachdem er via Twitter Todesdrohungen erhalten habe. Chady Chela, der für den arabischsprachigen Kanal des Senders in Aleppo über den syrischen Bürgerkrieg berichtete habe, habe nach nur 48 Stunden das Land verlassen müssen. Chela sei vorgeworfen worden, das Assad-Regime zu unterstützen. France 24 wies die Vorwürfe zurück. Reporter ohne Grenzen nannte den Vorfall am Mittwoch „einen unerklärlichen Angriff auf die Informationsfreiheit in Syrien, der Folgen für alle ausländischen Journalisten haben könnte“.

          Türkei meldet nächtlichen Flüchtlingsstrom

          Immer mehr Menschen fliehen unterdessen vor der eskalierenden Gewalt in Syrien in Nachbarländer. Die amtliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldete, in der Nacht zum Mittwoch hätten schätzungsweise 2.400 Syrer die Grenze zur Türkei überquert. Unter den Flüchtlingen seien zwei Generäle und zwei Oberste. Angesichts der heftigen Kämpfe in und um Aleppo nahm die Zahl der syrischen Flüchtlinge in die Türkei in den vergangenen zwei Tagen deutlich zu.

          Der Westen Syriens
          Der Westen Syriens : Bild: F.A.Z.

          Die Behörden berichteten allein am Dienstag von 1.328 Flüchtlingen, die in der Türkei eingetroffen seien. Insgesamt haben bislang rund 50.000 Syrer im türkischen Nachbarland Zuflucht gefunden.

          Derweil ist das Schicksal der von syrischen Rebellen entführten Iraner weiter unklar. Bei einem Besuch in Damaskus hatte der iranische Gesandte Said Dschalili Assad die Unterstützung Teherans gegen Syriens „Feinde“ aus dem Ausland zugesichert. Assad trat anlässlich des Besuchs erstmals seit einem tödlichen Bombenanschlag auf vier seiner engsten Vertrauten am 18. Juli im Staatsfernsehen auf. Dschalili, Sekretär des Obersten nationalen Sicherheitsrats des Irans, versprach Assad öffentlich zwar keine größere Militärhilfe.

          Dennoch verfolgte der Besuch nach Ansicht von Beobachtern das Ziel, Spekulationen zu zerstreuen, wonach Teheran Vorbereitungen für den Fall eines möglichen Sturzes von Assad treffe. Nach Angaben der Rebellen handelt es sich bei den Iranern um Mitglieder der Revolutionsgarden auf einer Spionagemission. Nach Darstellung Teherans sind die Iraner dagegen Pilger, die einen schiitischen Schrein besuchten. Drei der Iraner wurden Aufständischen zufolge am Montag bei einem Angriff von Regierungstruppen auf Damaskus getötet. Die Rebellen drohten, die anderen Iraner zu töten, sollte das Bombardement nicht aufhören. Die Angaben konnten nicht von unabhängiger Seite überprüft werden.

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