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Stichwahl in Ägypten : Islamist gegen Mubarak-Minister

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Ahmed Schafiq war der letzte Ministerpräsidenten unter Husni Mubarak Bild: REUTERS

In Ägypten kämpfen ein Islamist und ein Mann des ehemaligen Mubarak-Regimes um das höchste Staatsamt. In der ersten Runde lag Mursi, der Kandidat der Muslimbruderschaft, vorn. Mubaraks letzter Ministerpräsident Schafik kam auf den zweiten Platz.

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          In Ägypten kommt es zu einer Stichwahl zwischen dem Kandidaten der Muslimbruderschaft und dem letzten Ministerpräsidenten unter Husni Mubarak. Das gab die Wahlkommission am Montag in Kairo bekannt. Gegenüber stehen sich am 16. und 17 Juni Muhammed Mursi von der islamistischen Partei für Freiheit und Gerechtigkeit und Ahmed Schafiq, der zwischen 2002 und 2011 Minister für zivile Luftfahrt war. Die beiden setzten sich vergangene Woche gegen zehn weitere Kandidaten durch, die zur ersten Präsidentenwahl nach dem Sturz Mubaraks zugelassen waren. Nach dem Sturz Mubaraks im Februar 2011 hatte in Ägypten der Oberste Militärrat die Macht übernommen.

          Muhammed Mursi von der islamistischen Partei für Freiheit und Gerechtigkeit
          Muhammed Mursi von der islamistischen Partei für Freiheit und Gerechtigkeit : Bild: AFP

          Für Mursi stimmten knapp 5,8 Millionen Ägypter, Schafiq erhielt gut 5,5 Millionen Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 46 Prozent. Den dritten Platz belegte der linksnationale Kandidat der Karama-Partei, Hamdin Sabbahi. Ihm fehlten etwa 700.000 Stimmen für den Einzug in die Stichwahl. Am Wochenende hatte er Einspruch gegen die Wahlergebnisse eingelegt. Er beanstandete, dass Schafiq von der Wahl hätte ausgeschlossen werden müssen, da die Wahlordnung vorsehe, Vertreter des alten Regimes nicht zur Wahl zuzulassen. Auch vier weitere Kandidaten protestierten gegen die Wahl. Die Anfechtungen bezögen sich auf Verstöße gegen die Wahlordnung, Manipulationen und unstatthafte Wählerbeeinflussungen, teilte die Wahlkommission mit.

          Sowohl Schafiq als auch Mursi kündigten an, auf die Anhänger der unterlegenen Kandidaten zuzugehen. Vor allem für die Mitglieder der Protestbewegung vom Tahrir-Platz ist das Ergebnis eine Enttäuschung. Fünfzehn Monate nach dem Sturz Mubaraks konnte sich keiner der von ihnen favorisierten Kandidaten durchsetzen. Die in Umfragen vor der Wahl in Führung liegenden Kandidaten Amr Musa und Abdel Monem Abul Futuh belegten lediglich die Plätze vier und fünf.

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