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Schwere Kämpfe um Qusair : Russland verhindert UN-Erklärung zu Syrien

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An der Front: Ein Stadtteil von Quasair nach einem Raketenangriff der Hizbullah-Miliz Bild: AP

Die schweren Kämpfe um die strategisch wichtige syrische Grenzstadt Qusair dauern an. Russland verhinderte im UN-Sicherheitsrat offenbar eine Erklärung zur Lage dort. Hunderte Verletzte sind in Qusair ohne jede Hilfe.

          Russland hat nach Angaben von Diplomaten im UN-Sicherheitsrat eine Erklärung zu den Kämpfen in der syrischen Rebellenhochburg Qusair verhindert. Nach Angaben mehrerer Diplomaten lehnte Russland am Samstag einen von Großbritannien vorgelegten Textentwurf ab, mit dem der UN-Sicherheitsrat „große Sorgen über die Lage in Qusair“ und über die Situation der Zivilbevölkerung in der umkämpften Statdt ausgedrückt hätte.

          Der russische UN-Botschafter habe gesagt, da der Sicherheitsrat keine Erklärung abgegeben habe, als die Rebellen die Stadt eingenommen hätten, sei eine solche Erklärung nun ebenfalls nicht angebracht. Der Schritt unterstreicht die anhaltenden Differenzen zwischen Russland und den westlichen Ländern in der Syrienkrise deutlich.

          Der Kampf um die eingeschlossene Rebellenhochburg Qusair hielt auch am Samstag an. Regierungstruppen und Aufständische lieferten sich nach Angaben einer Oppositionsgruppe im Zentrum der Stadt und in umliegenden Ortschaften Gefechte. Die Präsident Baschar al Assad ergebenen Truppen und ihre Unterstützer der libanesischen Hizbullah-Miliz haben die Stadt von der Außenwelt abgeschnitten. Die Aufständischen riefen nach militärischer Unterstützung und baten um medizinische Hilfe für Hunderte Verwundete, die in der Stadt nahe der Grenze zum Libanon festsitzen.

          Die seit zwei Wochen tobende Schlacht um Qusair dient der Sicherung von Nachschubwegen entlang der Grenze zum Libanon. Für Assad bedeutet die Kontrolle über die Stadt auch den ungehinderten Weg von Damaskus in das Siedlungsgebiet seiner alawitischen Glaubensgemeinschaft, die ihre Wurzeln im schiitischen Islam hat. Die Rebellen kommen vor allem aus der sunnitischen Bevölkerungsmehrheit.

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          Hunderte Verletzte in Qusair ohne Hilfe

          In der umkämpften syrischen Kleinstadt Al-Kusair sind nach Angaben von Helfern Hunderte von schwer verletzten Zivilisten von medizinischer Versorgung abgeschnitten. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) appellierte an die Konfliktparteien, Nothelfern den Zugang zu der Ortschaft ohne Vorbedingungen zu ermöglichen. Freiwillige des Syrischen Roten Halbmondes stünden dafür bereit, heißt es in einer am Sonntag in Genf veröffentlichten Mitteilung des IKRK.

          „Wir rufen alle Seiten auf, das humanitäre Völkerrecht zu respektieren und das Leben von Zivilisten und von verwundeten Kämpfern zu schonen“, sagte Robert Mardini, der Leiter der IKRK-Hilfsoperationen im Nahen und Mittleren Osten. Tausende Zivilisten seien in den vergangenen Tagen aus Qusair geflohen, doch Tausende andere säßen durch die anhaltenden Kämpfe in der Falle. Ihre Lage sei „alarmierend“.

          Zuvor hatte UN-Generalsekretär Ban Ki-moon die Konfliktparteien aufgerufen, den eingeschlossenen Zivilisten die Flucht zu ermöglichen. Die am Konflikt Beteiligten müssten wissen, dass die Welt sie genau beobachte und dass sie für Gräueltaten gegen die Zivilbevölkerung verantwortlich gemacht würden. Der Bürgerkrieg hat seit März 2011 mindestens 80.000 Menschen das Leben gekostet. Nach jüngsten Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) sind mehr als 1,6 Millionen Syrer aus dem Land geflohen.

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