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Schiitenproteste in Saudi-Arabien : Schüsse auf Demonstranten

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

Bei einer Demonstration von hunderten Schiiten in der saudischen Hafenstadt Qatif sind mindestens vier Personen verletzt worden, als die Polizei auf die Demonstranten schoss. Auch in Bahrein und im Jemen kam es an diesem Freitag abermals zu Auseinandersetzungen.

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          Bei einer Demonstration von 800 Schiiten in der saudischen Hafenstadt Qatif sind mindestens vier Personen verletzt worden, als die Polizei nach dem Ende der Kundgebung auf die Demonstranten schoss. Die Demonstranten waren am Donnerstag durch die Innenstadt der fast nur von Schiiten bewohnten Stadt gezogen und hatten die Freilassung von neun politischen Häftlingen gefordert. 200 Polizisten verfolgten die Kundgebung. Die Auseinandersetzung entzündete sich, als Demonstranten einen Polizisten angriffen, der den Protestzug filmte.

          Die Angaben von Polizei und Demonstranten widersprechen einander. Der Sprecher des Innenministeriums sagte in Riad, die Polizei habe Warnschüsse in die Luft abgegeben, nachdem sie selbst beschossen worden sei. Von Seiten der Demonstranten hieß es indes, die Polizei habe zu schießen begonnen. In der schiitischen Ostprovinz Saudi-Arabiens sollen 15.000 zusätzlich eingesetzte Mitglieder der Nationalgarde Kundgebungen verhindern. Nahe von Qatif befindet sich der Ölverladehafen Ras Tanura, von dem jeden Tag fünf Millionen Barrel Rohöl verschifft werden.

          „Tag des Zorns“

          Die Demonstration in Qatif hatte am Vorabend eines für Freitag angekündigten „Tages des Zorns“ stattgefunden, zu dem die Facebookgruppen „Koalition der freien Jugend“ und „Revolution der Sehnsucht“ aufgerufen hatte.

          Demnach wollten sich 30.000 Teilnehmer der Gruppen in Riad nach dem Freitagsgebet sich zu Kundgebungen versammeln. Die saudische Regierung hatte vor einer Woche das Verbot jeglicher Kundgebungen bekräftigt. Um sie in Riad zu verhindern, nahmen im Laufe des Tages an strategischen Positionen des Landes Polizisten Aufstellung und errichteten Kontrollpunkte. Personen wurden durchsucht.

          Massenproteste im Jemen

          Im Jemen haben am Freitag wieder mehrere zehntausend Menschen den Rücktritt von Präsident Salih gefordert. Ausgangspunkt der Demonstration in der Hauptstadt Sanaa war das Gelände der Universität, auf dem die Sicherheitskräfte diese Woche gewaltsam gegen protestierende Studenten vorgegangen waren.

          Die Opposition lehnt das diese Woche vorgelegte Angebot des Präsidenten vom Mittwoch für eine neue Verfassung als unzureichend ab. In Kuweit löste die Polizei mit dem Einsatz von Tränengas eine friedliche Kundgebung von rund 200 Demonstranten auf.

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