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Irak : Milizen töten einstigen Stellvertreter Saddams

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Eine Aufnahme von Izzet Ibrahim al Duri aus dem Jahr 2003 Bild: AFP

Der frühere Stellvertreter des irakischen Diktators Saddam Hussein soll nach mehr als zwölf Jahren Flucht von Schiitischen Milizen ermordet worden sein. Izzet Ibrahim al Duri hatte sich zuletzt der Terrorgruppe des „Islamischen Staat“ angeschlossen.

          Der einstige Stellvertreter des irakischen Machthabers Saddam Hussein, Izzet Ibrahim al Duri, soll am Freitag im Osten Tikrits durch Regierungseinheiten und schiitische Milizen getötet worden sein. Das sagte der Gouverneur der Provinz Salahedin, die bis Anfang des Monats zu großen Teilen unter Kontrolle der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) stand, Raed al Dschaburi. Al Duri hatte sich die vergangenen zwölf Jahre durchweg auf der Flucht befunden.

          Der Kommandeur der schiitischen Badr-Miliz, Hadi al-Ameri, äußerte sich ähnlich. Die zwölf Toten hätten dem IS angehört, eine der Leichen habe große Ähnlichkeit mit al-Duri. Im Internet zirkulierten Fotos der Leiche. Zu sehen ist der tote Körper eines Mannes mit Ähnlichkeit zu al-Duri. Er hat einen rötlichen Vollbart anstelle eines adretten Schnauzers, mit dem sich al-Duri früher stets gezeigt hatte.

          Wie viele andere frühere Angehörige der aufgelösten Baath-Partei hatte al Duri sich dem IS angeschlossen. Im Kartenspiel der amerikanischen Besatzungstruppen, das die meist gesuchten Mitglieder des Regimes enthielt, war er der Kreuz-König. In der Vergangenheit war wiederholt fälschlicherweise die Verhaftung oder Tötung des 72 Jahre alten Sunniten gemeldet worden, der nach dem Sturz Husseins 2003 untertauchte und später an der Spitze der Naqshbandija-Armee gestanden haben soll, dem bewaffneten Arm der Gegner des damaligen schiitischen Ministerpräsidenten Nuri al Maliki.

          Al Duri ist der letzte noch lebende enge Vertraute des früheren Diktators gewesen und hatte zur Zeit des Krieges mit den Vereinigten Staaten an Leukämie gelitten. Sein Tod war schon mehrfach gemeldet worden, doch stets hatte sich al Duri dann wieder mit Tonbandaufnahmen oder Videos zu Wort gemeldet.

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