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Militäraktion im Jemen : Saudi-Arabien könnte zu spät kommen

Eingreifen im Jemen: der saudische Verteidigungsminister Prinz Mohammad bin Salman (rechts) und der saudische Innenminister und Kronprinz Mohammed bin Nayef (Mitte) am Donnerstag in Riad Bild: Reuters

Saudi-Arabien hat 2009 schon einmal in den jemenitischen Bürgerkrieg eingegriffen. Damals konnte die saudische Armee die Houthis noch zurückwerfen. Das wird jetzt deutlich schwieriger werden.

          Was bislang ein jemenitischer Bürgerkrieg war, eskaliert nun zu einem Krieg, der weitere Länder in der Region erfasst. Saudi-Arabien hat in der vergangenen Nacht auf die Unterstützung der neuen Machthaber des Jemens, der schiitischen Houthi, durch Iran reagiert, hat dazu mehr als 100.000 Soldaten an die Grenze zum Jemen geschickt und Stellungen der Houthis bombardiert. Ein Ziel war auch der Flughafen von Sanaa.

          Riad hatte sich zuvor mit Kairo abgestimmt. Denn die ägyptische Marine kontrolliert nun die Meerenge Bab al Mandeb, die den Jemen von Afrika trennt, so dass keine iranischen Schiffe mit Nachschub für die Houthis passieren können. Saudi-Arabien hatte zuletzt 2009 in den jemenitischen Bürgerkrieg eingegriffen; damals konnte die saudische Armee die Houthis noch zurückwerfen.

          In den vergangenen Jahren aber konzentrierte sich Saudi-Arabien so sehr auf Ägypten und die Bekämpfung der Muslimbrüder, dass es den Jemen dabei aus dem Blick verlor. Die Folgen dieses Versäumnis und des Abseitsstehens wird Riad durch die militärische Intervention nicht korrigieren können.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

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