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Todesstrafe in Saudi-Arabien : Köpfen für den König

  • -Aktualisiert am

Auf einem Einreiseformular für Saudi-Arabien wird explizit darauf hingewiesen, dass Rauschgiftschmuggel mit der Todesstrafe bedroht wird. Bild: Picture-Alliance

Das Justizsystem Saudi-Arabiens fußt auf der Scharia, die auch Strafen gegen Leib und Leben vorsieht. Weil Leute fehlen, die diese Arbeit verrichten, sucht das Land nun Henker per Stellenanzeige. Den Job kann aber nicht jeder machen.

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          Saudi-Arabien gehen die Henker aus. Deshalb hat das reaktionäre Königreich nun Stellenausschreibungen auf dem Portal der zivilen Arbeitsagentur plaziert: Acht Männer würden gesucht, die keine besondere Qualifikation haben müssten, aber robust genug, „um ein Todesurteil zu vollstrecken“, heißt es dort. Auch die Durchführung von Amputationen von Gliedmaßen bei Verurteilten mit weniger schwerwiegenden Vergehen falle in ihren Arbeitsreich.

          Mit 85 Hinrichtungen seit Jahresbeginn hat das reaktionäre Königreich die Gesamtzahl der vollstreckten Todesurteile von 2014 fast übertroffen. Nach neunzig Enthauptungen lagen laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International vergangenes Jahr nur China und Iran vor Saudi-Arabien. Geköpft wird in Riad und Dschidda öffentlich; oft sind Hunderte Schaulustige anwesend.

          Erst am Sonntag war ein Mann hingerichtet worden, und ein Ende der Enthauptungswelle ist nicht in Sicht: Mehrheitlich Mörder und Rauschgifthändler, aber auch Kleinkriminelle trifft die Strafe. Die meisten Opfer sind Saudis, viele kommen aber auch aus Pakistan, Jemen, Syrien, Jordanien, Indien, Indonesien, Burma, Tschad, Eritrea, den Philippinen und Sudan.

          Politische Beobachter erklären den rasanten Anstieg der Hinrichtungen mit der Anstellung neuer Richter. Andere Stimmen führen es auf die Bedrohung des Wahabiten-Reichs durch sunnitische Islamisten zurück. Auch die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) begründet sein Exekutions-Regime mit dem Koran.

          Besonders lukrativ sind die Henker-Jobs laut der Stellen-Ausschreibung nicht: Obwohl die neu Eingestellten als „religiöse Funktionäre“ eingeordnet werden, rangieren ihre Gehälter am unteren Ende der Einkommensskala.

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