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Saudi-Arabien : Haarrisse im Patriarchat

Bei den Kommunalwahlen in Saudi-Arabien haben erstmals einige wenige Frauen Sitze in Stadträten gewonnen. Das ist ein weiterer Schub für den Reformprozess.

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          Zwei Dinge waren bei der Kommunalwahl in Saudi-Arabien wichtig: zum einen, dass sie stattgefunden hat. Denn die Wahl war schon unter König Abdullah vorbereitet worden, der vorsichtig Reformen eingeleitet hat. Hätte sie sein Nachfolger Salman, für den andere Fragen als Reformen im Vordergrund stehen, abgesagt, wäre ein Schatten auf seine noch kurze Amtszeit gefallen.

          Wichtig ist zum anderen, dass Frauen wenigstens einige Sitze gewonnen haben. Wäre das nicht der Fall gewesen, hätten sie möglicherweise resigniert. Nun wird man das Rad kaum zurückdrehen können – der Reformprozess hat einen weiteren Schub bekommen.

          Dabei ist das Haus Saud, das „fortschrittlicher“ ist als viele seiner Untertanen, zu einem Spagat gezwungen. Denn die Mehrheit der Bevölkerung ist gegen jegliche Änderung; die Altvorderen wollen an einer abgeschirmten islamischen Gesellschaft festhalten. Diese Gesellschaft wandelt sich aber rasch, weil die junge Generation ein modernes Leben in einer modernen Welt führen will. Frauen arbeiten schon lange außerhalb des Hauses. Nun sitzen sie auch in Stadträten.

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

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