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Protestbewegung in Ägypten : Revolution nach Plan

Aus Fehlern gelernt: Die junge Demokratiebewegung in Kairo war erfolgreich Bild: dapd

Die Initiatoren der Proteste in Ägypten hatten sich zuvor mit Mitstreitern aus Tunesien und einer Gruppe von erfahrenen Aktivisten in Serbien beraten - vor allem über das Internet. Sie folgten einer über lange Zeit entwickelten Strategie.

          Über Jahrzehnte war es stets das gleiche Bild: Die ägyptische Polizei löste in Kairo rasch jede Demonstration auf, das Regime erstickte jeden Protest im Keim. Nun aber hat eine Jugendbewegung nach 18 aufreibenden Tagen ein Regime hinweggefegt, das seit der Revolution von 1952 geherrscht hatte. Einer der Muslimbrüder sagte auf dem Tahrir-Platz, immer habe er geglaubt, Gott habe die Muslimbruderschaft beauftragt, das Regime zu stürzen. Nun aber sehe er, dass Gott damit die säkulare Jugend beauftragt habe. Offenbar müssten die Islamisten bescheidener sein und diese säkulare Jugend als Partner akzeptieren, leitete er daraus ab.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

          Zwei Faktoren bescherten der jungen Demokratiebewegung den Erfolg, der anderen zuvor versagt geblieben war: Sie hatte erstens aus den Fehlern früherer Proteste gelernt, und zweitens von den Erfahrungen der Protestbewegung in Tunesien. In beiden Fällen spielten die neuen Medien die zentrale Rolle - und auch hier waren die islamistischen Muslimbrüder nicht auf der Höhe der Zeit. Issam el Eryan, einer Führer der Muslimbruderschaft, hatte das Fernbleiben seiner Organisation von den Protesten, die am 25. Januar begonnen hatten, damit begründet, dass man sich nicht an eine virtuelle Welt binden wolle, deren Mitglieder man ja nicht persönlich kenne.

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