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Neue Gewalt in Nahost : Polizei erschießt arabischen Israeli

  • Aktualisiert am

Unruhen nahe Jerusalem: Ein Palästinenser hält einen Molotow-Cocktail, bevor er ihn auf israelische Polizisten wirft. Bild: Reuters

Die israelische Polizei hat am Samstagmorgen einen arabischen Israeli erschossen. Das verschärft nun die ohnehin schon erheblichen Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern.

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          Die israelische Polizei hat nach eigenen Angaben einen arabischen Israeli im Norden des Landes erschossen. Die Schüsse seien am Samstagmorgen während der versuchten Festnahme eines Verwandten des Opfers gefallen, teilte die Polizei mit.

          Der 22-Jährige habe die Festnahme in Kfar Kana in Nordisrael verhindern wollen und die Beamten mit einem Messer bedroht. Die Polizei habe daraufhin Warnschüsse abgegeben und dann das Feuer auf den Mann eröffnet. Er starb auf dem Weg ins Krankenhaus.

          Rund 50 Jugendliche errichteten nach dem Vorfall Barrikaden am Ortseingang und zündeten Autoreifen an, wie die Polizei weiter mitteilte. Die Jugendlichen seien daraufhin auseinandergetrieben worden. Das Sicherheitsaufgebot in der Gegend wurde verstärkt. Laut dem israelischen Militärradio traten die Händler in Kfar Kana aus Protest in einen Streik.

          Angeheizte Lage in Jerusalem

          Derzeit gibt es erhebliche Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern, die sich bislang aber vor allem auf den arabischen Ostteil Jerusalems konzentrieren. In Brennpunktvierteln gibt es regelmäßig Straßenschlachten.

          Vor einigen Tagen erschoss ein Einsatzkommando der israelischen Polizei in einem arabischen Stadtteil Jerusalems einen Palästinenser, nachdem dieser den rechten jüdischen Aktivisten Yehuda Glick kurz zuvor erschossen hatte.

          Erst vor wenigen Tagen wurde zum zweiten Mal in nur zwei Wochen in Jerusalem ein Anschlag auf Fahrgäste der Straßenbahn verübt. Dabei starben ein israelischer Passant und der Attentäter.

          Angeheizt wird die Lage in der Stadt auch durch den Streit um den Tempelberg, der Muslimen und Juden heilig ist. In den arabischen Städten Israels blieb es dagegen bislang weitgehend ruhig.

          Rund 20 Prozent der Israelis sind Araber. Sie sind die Nachfahren von Palästinensern, die nach der Staatsgründung Israels 1948 im Land blieben.

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