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Kampf gegen IS : „Mit den G36 könnten wir alle Peschmerga ausrüsten“

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Die Bundeswehr will 180.000 G36-Sturmgewehre ausrangieren, die wegen mangelnder Zielgenauigkeit nicht mehr benutzt werden sollen. Würden die Peschmerga diese nehmen?

Wir sind schon jetzt sehr dankbar für die Hilfe aus Deutschland. Mit diesen 180.000 Gewehren könnten alle unsere Peschmerga ausgerüstet werden, auch wenn ich natürlich die Details noch prüfen müsste.

Haben Sie mit Verteidigungsministerin von der Leyen über die G36-Gewehre bereits gesprochen?

Nein, noch nicht.

Bis Ende des Monats will die Bundeswehr dreißig weitere Milan-Lenkraketensysteme nach Kurdistan liefern, dreißig sind bereits da. Reicht das, um Ihre Grenzen zu verteidigen?

Nein, das reicht nicht. Wir brauchen mehr davon.

Wieviele mehr?

Je mehr, desto besser.

Momentan gibt es schwere Kämpfe in der Anbar-Provinz im Westen Iraks um die Stadt Ramadi. Wird es bis Ende 2015 eine Rückeroberung von Mossul geben?

Die irakische Armee hat Tikrit wieder unter Kontrolle. Auch Mossul wollen wir dem Islamischen Staat noch in diesem Jahr entreißen. Die Planungen haben begonnen, wir werden gemeinsam und mit allen verfügbaren Kräften vorgehen – Peschmerga, irakische Armee und amerikanische Luftwaffe. Niemand kann Mossul alleine erobern.

„Je mehr Waffen, desto besser“, sagt der kurdische Peschmerga-Minister Mustafa Sayid Qadir.

Nach Schätzungen des Pentagon verfügt die irakische Armee nur noch über gut 50.000 kampffähige Soldaten. Die angebliche Truppenstärke von 250.000 existiert nur auf dem Papier. Was können Sie an der Seite einer solchen Geisterarmee gegen den IS ausrichten?

Kein Zweifel, die irakische Armee ist längst nicht so stark wie immer behauptet. Die tatsächlich kampffähigen Einheiten jedoch sind für uns gute Bundesgenossen. Die Rückeroberung von Mossul liegt nicht nur im Interesse der Regierung in Bagdad, sondern auch in unserem Interesse als Kurdistan. Beim Islamischen Staat kämpfen inzwischen tausende Männer und Frauen mit, die aus allen Teilen der Welt stammen. Wenn wir Mossul befreien, tun wir das nicht nur für uns, sondern auch für Europa und für die gesamte Welt.

Bei der Operation in Tikrit waren auch schiitische Milizen beteiligt, die sich an der sunnitischen Bevölkerung gerächt haben. Sollen die auch in Mossul mitkämpfen?

Das haben wir bisher im Detail noch nicht ausgehandelt, aber solche Dinge sollten sich nicht wiederholen. Die Politik der schiitischen Regierung in Bagdad unter dem früheren Ministerpräsidenten Nuri al Maliki hat sehr zu dem Erfolg von IS beigetraten. Im zurückliegenden Jahr 2014 hat die Zentralregierung Kurdistan sogar die Budgetüberweisungen komplett gestrichen, wir können unseren Peschmerga seit drei Monaten kein Gehalt mehr zahlen. Bagdad hat uns jetzt versprochen, dass die Gelder wieder fließen.

Neben ihrem Schreibtisch stehen die irakische und die kurdische Fahne nebeneinander. Wenn wir in drei Jahren wiederkommen, wird dann nur noch die kurdische Fahne dort stehen?

Drei Jahre sind zu früh, auch fünf Jahre. Unser Ziel bleibt ein unabhängiges Kurdistan. Das wollen wir nicht mit Gewalt und Krieg durchsetzen, sondern mit demokratischen Mitteln.

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