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Pakistan : Staatlicher Geheimreport über Zahl ziviler Drohnenopfer

  • -Aktualisiert am

Eine amerikanische MQ-1-Predator-Drohne im Einsatz Bild: dapd

Ein pakistanischer Geheimbericht gibt erstmals staatliche Schätzungen der Opferzahlen unter Zivilisten durch amerikanische Drohnenangriffe bekannt. Sie sind weit höher als die Amerikaner angeben - und weit niedriger als investigative Journalisten meinen.

          Die Journalistenorganisation „Bureau of Investigative Journalism“ (BIJ) hat ein geheimes Papier der pakistanischen Regierung veröffentlicht. Das Papier wurde aus drei verschiedenen Quellen recherchiert. Auf zwölf Seiten listet der Bericht („Details of Attacks by NATO Forces/Predators in FATA“) die Opfer von Drohnenangriffen der CIA zwischen dem 13. Januar 2006 und dem 24. Oktober 2009 auf. 75 Drohnenangriffe in den an Afghanistan angrenzenden Stammesgebieten unter der pakistanischen Bundesverwaltung (Fata) sind verzeichnet. Der Bericht setzt sich zusammen aus den Informationen lokaler Beamter vom Angriffsort.

          Die Zahl der Toten aller aufgeführten Angriffe beläuft sich auf 746. 147 der Opfer werden im Bericht als Zivilisten bezeichnet - 94 davon seien Kinder gewesen. Bei manchen der Getöteten wird das Geschlecht angegeben, ansonsten fehlen sämtliche biografischen Details. Ebenso fehlen dem BIJ zufolge mehrere Drohnenangriffe der CIA in der Auflistung. So fänden zum Beispiel fünf Einsätze von denen 2007 berichtet wurde keine Erwähnung in der Auflistung.

          Noch 2011, zwei Jahre nachdem letzten im Report aufgeführten Drohnenangriff, sprachen Informanten bei der CIA von lediglich 50 zivilen Opfern. Die Zahl in dem nun veröffentlichten Dokument liegt drei Mal so hoch. Annahmen höherer Kollateralschäden des Drohnenprogramms der Vereinigten Staaten nannte CIA-Direktor John Brennon noch Mitte diesen Monats „intentionale Missinterpretationen“.

          Journalisten sprechen von 411 bis 890 zivilen Opfern

          Im April diesen Jahres von der Nachrichtenagentur McClatchy veröffentlichte amerikanische Geheimdokumente zeigten, dass der CIA intern bewusst war, dass durch die Drohnen nicht nur Terroristen und Milizen getötet wurden.

          Recherchen des „Bureau of Investigative Journalism“ zufolge starben seit 2004 zwischen 2,566 und 3,570 Menschen im Drohnenkrieg der amerikanischen Geheimdienste in Pakistan. 411 bis 890 von ihnen seien demnach Zivilisten gewesen. Die im September 2012 veröffentlichte Stanford-Studie „Living Under Drones“ kommt auf diesen Zahlen aufbauend zu dem Ergebnis, dass nur zwei Prozent der Drohnenopfer „militärische Anführer“ und somit Ziele der CIA waren.

          Derweil zeigten öffentlich gemachte Geheimdokumente des amerikanischen Botschafters in Pakistan auch, dass die pakistanische Regierung, obwohl sie offiziell Drohnenangriffe verurteilte, diese hinter vorgehaltener Hand billigte. Für das BIJ beweist der von ihm veröffentlichte Geheimbericht über die Opfer amerikanischer Drohnen jetzt, dass pakistanische Verantwortliche bereits viele Jahre darüber Bescheid wussten, „dass die CIA mit Drohnenangriffen eine signifikante Zahl von Zivilisten tötet.“

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