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Offensive der Terrormiliz : IS bedroht Weltkulturerbe Palmyra

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Ein syrischer Soldat bewacht das Weltkulturerbe Palmyra im März 2014. Bild: AFP

Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ hat sich in die Nähe der historischen Oasenstadt Palmyra in Syrien vorgekämpft. Bei den Gefechten starben mehr als 130 Menschen. Viele wurden von IS-Kämpfern hingerichtet.

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          Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) rückt in Syrien immer weiter auf die historische Oasenstadt Palmyra vor. Die Extremisten lieferten sich einen Kilometer westlich der Stadt heftige Kämpfe mit Anhängern des Regimes um einen strategisch wichtigen Hügel, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag. Er liegt in unmittelbarer Nähe des berühmten Unesco-Weltkulturerbes.

          In Palmyra stehen bis heute einzigartige Ruinen der ehemaligen Handelsmetropole der legendären Königin Zenobia aus ihrer Blütezeit in den ersten Jahrhunderten nach Christus. Die Ruinenstadt gilt als einer der bedeutendsten Komplexe antiker Bauten im Nahen Osten. Berichten zufolge war die Stätte bereits 2012 und 2013 bei Kämpfen beschädigt worden. In der Oasenstadt steht zudem ein bekanntes Gefängnis für politische Inhaftierte.

          Im Nordirak hatten IS-Anhänger im Frühjahr schon einmalige Kulturstätten zerstört, darunter die Jahrtausende alte Stadt Nimrud und die Grabungsstätte Ninive. Im Museum von Mossul zertrümmerten sie wertvolle Statuen aus assyrischer Zeit.

          Bereits am Mittwoch hatte der IS östlich von Palmyra den Ort Al Suchna eingenommen. Bei den Kämpfen starben nach Angaben der Menschenrechtsbeobachter mindestens 70 Anhänger des Regimes und 40 IS-Kämpfer. Zudem seien in der Region 26 Menschen von der Terrormiliz und lokalen Kämpfern getötet worden, weil sie mit dem Regime kooperiert hätten. Mindestens zehn von ihnen seien enthauptet worden. In der Region liegen wichtige Gasfelder, um die es seit Monaten immer wieder heftige Kämpfe gibt.

          Die Ölfelder nahe Palmyra, hier von einem syrischen Soldaten im März 2015 kontrolliert, sind seit Monaten umkämpft.

          Im Nordwesten des Landes setzte das Regime von Präsident Baschar al Assad seine Luftangriffe gegen die Rebellen fort. Nach Angaben der Beobachtungsstelle waren durch Bombardements in den Provinzen Idlib und Aleppo am Mittwoch 41 Zivilisten gestorben - unter ihnen 17 Kinder.

          Dementi aus Amerika

          Im Irak hat die IS-Miliz nach Angaben der Regierung in Bagdad dagegen einen empfindlichen Rückschlag erlitten: Der stellvertretende Chef des IS soll demnach bei einem Luftangriff ums Leben gekommen sein. Abu Alaa Al Afri und weitere IS-Anhänger seien bei einem Treffen in einer Moschee in dem Ort Tel Afar getötet worden, hatte das irakische Verteidigungsministerium am Mittwoch erklärt.

          Eine unabhängige Bestätigung für die Meldung gab es zunächst aber nicht. Zudem gab es zu der angeblichen Tötung Ungereimtheiten. So entfernte das Verteidigungsministerium in Bagdad ein zunächst auf seiner Internetseite verbreitetes Video, das den Luftschlag auf Al Afri zeigen soll.

          Stattdessen veröffentlichte das amerikanische Zentralkommando am Mittwoch auf Youtube ein Video, auf dem derselbe Angriff zu sehen ist. Datiert wird er auf den 4. Mai 2015. Es habe sich um einen Angriff auf IS-Stellungen im Nordirak gehandelt. Eine Moschee sei nicht angegriffen worden. Es lägen außerdem keine Hinweise vor, dass die Nummer zwei des IS getötet worden sei. Über Al Afri selbst kursieren nur wenige Informationen, die sich teilweise widersprechen.

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