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Geberkonferenz in Kuweit : Nicht genug Geld für Syrien-Opfer

  • -Aktualisiert am

Vertreter von mehr als 70 Staaten kamen in Kuweit zusammen. Bild: dpa

Bei einer Geberkonferenz für die Opfer des Krieges in Syrien sind 3,8 Milliarden Dollar zugesagt worden. Von den benötigten 8,4 Milliarden Dollar ist das weit entfernt. Deutschland will mit 255 Millionen Euro helfen.

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          Den Vereinten Nationen ist es auf einer Geberkonferenz am Dienstag in Kuweit nicht gelungen, die von ihnen veranschlagten 8,4 Milliarden Dollar für humanitäre Hilfe zusammenzubekommen. Diese Summe sei nötig, um den in Syrien und den Nachbarstaaten vertriebenen Menschen zu helfen, hatte das UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) vor dem Gipfeltreffen mitgeteilt. In Kuweit kamen mehr als siebzig Staaten und vierzig internationale Organisationen zusammen. Neben Kuweit und den Vereinigten Staaten, die jeweils 500 Millionen Dollar zusagten, gehört Deutschland mit 255 Millionen Euro zu den größeren Geberstaaten. Die Europäische Union sagte 1,1 Milliarden Euro an Hilfen zu. Insgesamt wurden 3,8 Milliarden Dollar zugesagt

          UN-Generalsekretär Ban Ki-moon bezeichnete die Einwohner Syriens am Dienstag als Opfer der schlimmsten humanitären Krise der heutigen Zeit. Vier von fünf Menschen litten dort unter Armut und an Mangel. Innerhalb Syriens sind inzwischen 7,6 Millionen Menschen auf der Flucht und 3,9 Millionen Menschen sind außer Landes geflohen.

          Auch in den vergangenen Jahren war es nicht gelungen, die für nötig erklärten Mittel zur Versorgung von Flüchtlingen zusammenzubekommen. Statt der geforderten 6,5 Milliarden Dollar waren 2014 nur 2,4 Milliarden Dollar zusammengekommen. Im Jahr 2013 waren es statt der veranschlagten 4,4 Milliarden nur 1,5 Milliarden Dollar. Das fehlende Geld sorgten immer wieder für Versorgungsengpässe.

          Der UNHCR sieht 2,9 Milliarden Dollar für Flüchtlinge innerhalb Syriens vor sowie 5,5 Milliarden Dollar für Syrer in den Nachbarländern. Allein der Libanon benötige eine Milliarde Dollar, um die Versorgung der mehr als anderthalb Millionen Flüchtlinge bewältigen zu können, sagte der libanesische Ministerpräsident Tammam Salam am Dienstag. Besonders betroffen sind Kinder. Nach einem Bericht der Kinderrechtsorganisation Save the Children besuchen die Hälfte aller syrischen Flüchtlingskinder in den Nachbarländern sowie drei Millionen Kinder innerhalb Syriens keine Schule mehr. Nur noch knapp fünfzig Prozent der Kinder erhielten eine Grundschulbildung. In Gegenden wie Aleppo seien es nur noch etwa sechs Prozent. Während die Alphabetisierungsrate in Syrien vor dem Kriegsausbruch bei 95 Prozent gelegen habe, sei die Einschulungsrate mittlerweile eine der niedrigsten auf der Welt.

          In Syrien kämpfen das Regime von Machthaber Baschar al Assad, Aufständische und Terrorgruppen wie der „Islamische Staat“ (IS) seit mehr als vier Jahren um die Macht im Land. Dabei setzen die Konfliktparteien auch das Aushungern ganzer Orte bewusst als Waffe ein. Das Regime hat Verpflichtungen, Hilfsgüter in eingeschlossene Gebiete durchzulassen, wiederholt nicht eingehalten. Seit März 2011 wurden mehr als 220.000 Menschen getötet, 850.000 verwundet und mehr als elf Millionen vertrieben. Das vergangene Jahr war mit 76.000 Toten das opferreichste Jahr des Konflikts.

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