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Neues Massaker : IS-Terrormiliz tötet yezidische Gefangene

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Yezidische Männer am 8. April nahe der kurdischen Stadt Kirkuk nach ihrer Freilassung durch die Terrormiliz IS Bild: dpa

Während sich die Koalitionsstreitkräfte im Kampf gegen den Islamischen Staat siegessicher zeigen, verübt die radikal-sunnitische Terrormiliz weitere Greueltaten.

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          Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) haben Berichten zufolge im Nordirak zahlreiche Yeziden getötet. Die Yezidische Fortschrittspartei gab die Zahl der Opfer am Wochenende mit mehr als 300 an, die nicht-staatliche Menschenrechtskommission im Irak mit rund 70. Zu den Ermordungen der Mitglieder der uralten religiösen Minderheit kam es demnach am Freitag in der Stadt Tal Afar, die nahe der vom IS kontrollierten Millionenmetropole Mossul liegt. Eine unabhängige Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

          Die Yeziden sind Kurden und lebten bisher vor allem in der Gegend um Mossul und im nahe gelegenen Sindschar-Gebirge. Beim IS-Vormarsch in die Region waren vergangenen Sommer nach Angaben der Yeziden rund 500 000 Menschen geflohen. Einem Mitglied der Menschenrechtskommission zufolge werden noch mindestens 3000 Jesiden von den Radikalsunniten gefangen gehalten. Entkommene Frauen hatten der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch von systematischen Vergewaltigungen, Misshandlungen, Zwangsehen und Zwangsübertritten zum Islam berichtet.

          Im Dezember hatten kurdische Peschmergakämpfer die IS-Miliz aus der Stadt Sindschar vertrieben. Seither wurden in der Gegend mehrere Massengräber mit Überresten von Yeziden gefunden. Viele Muslime betrachten die Yeziden als „Teufelsanbeter“, weil sie auch den „Engel Pfau“ als zentrale Figur ihres Glaubens verehren. Der IS bezeichnet die Yeziden als „Ungläubige“, die zu töten sind.

          Irakische Offizielle machen die Terrormilz derweil für eine Reihe von Anschlägen in Bagdad in den vergangenen Tagen verantwortlich. Erst am Samstagabend starben in der Hauptstadt bei einem Autobombenanschlag mindestens 13 Menschen, wie der Nachrichtenkanal Al-Dschasira berichtete. Weitere 36 Menschen seien bei der Explosion im Zentrum der Stadt verletzt worden. Am Vortag hatte es 23 Tote bei drei ähnlichen Anschlägen in Bagdad gegeben.

          Der Beobachtungsplattform Site zufolge veröffentlichte der IS am Wochenende zudem ein Video, auf dem zu sehen sein soll, wie ein Junge einen mutmaßlichen Spion im Nordirak durch Schüsse tötet.

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