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Bürgerkriegsland Jemen : Neue Waffenruhe in Kraft getreten

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Vor der Waffenruhe: Ein Huthi-Rebelle kontrolliert Personen in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa. Bild: dpa

Millionen Menschen leiden in Jemen unter dem blutigen Bürgerkrieg. Eine neue Waffenruhe könnte eine längerfristige Lösung bringen – sehr groß ist die Hoffnung jedoch nicht.

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          Im Bürgerkriegsland Jemen ist am späten Mittwochabend offiziell eine neue Waffenruhe in Kraft getreten. Sie soll nach Angaben der Vereinigten Nationen zunächst 72 Stunden dauern. Alle Beteiligten haben demnach zugesagt, sich an die Feuerpause zu halten. Der UN-Sonderbeauftragte für den Jemen, Ismail Ould Sheikh Ahmed, erklärte, sollte sie halten, gebe es eine Option für eine Verlängerung. In der Vergangenheit waren mehrere Feuerpausen gescheitert. So hielt im April eine von den UN vermittelte Waffenruhe zunächst, wurde dann aber immer brüchiger. Auch wochenlange Friedensgespräche in Kuweit blieben erfolglos.

          Kurz vor Beginn einer neuen Waffenruhe war die Gewalt in dem bettelarmen Bürgerkriegsland jedoch unvermindert weitergegangen. Flugzeuge der von Saudi-Arabien geführten Koalition hätten in der Hauptstadt Sanaa Angriffe auf die Huthi-Rebellen und ihre Verbündeten geflogen, berichteten Anwohner am Mittwoch. Demnach waren im Osten Sanaas bei der Bombardierung eines Militärlagers Explosionen zu hören und Rauchsäulen zu sehen. Angaben über Opfer gab es zunächst nicht.

          In der umkämpften Stadt Tais im Süden des Landes starb ein Zivilist, als die Huthis und ihre Verbündeten ein Wohngebiet beschossen. Drei Menschen wurden verletzt, wie es aus ärztlichen Kreisen hieß.

          Mehr als drei Millionen Jemeniten vertrieben

          In dem Land im Süden der arabischen Halbinsel kämpfen schiitische Huthi-Rebellen und ihre Verbündeten gegen die international anerkannte Regierung von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi, der vor den Aufständischen in die saudische Hauptstadt Riad geflohen war. Eine von Saudi-Arabien geführte Koalition fliegt seit März vergangenen Jahres Luftangriffe gegen die Aufständischen, die große des Teile des Jemen kontrollieren, darunter die Hauptstadt.

          Die Bevölkerung des Jemens leidet massiv unter dem Konflikt. Nach Angaben der UN kamen seit März 2015 mehr als 400 Zivilisten ums Leben, mehr als 7000 wurden verletzt. Dem UN-Nothilfebüro OCHA zufolge wurden mehr als drei Millionen Jemeniten vertrieben.

          Zuletzt starben bei einem Luftangriff auf eine Trauerfeier in Sanaa nach UN-Angaben mindestens 140 Menschen. Die saudische Militärkoalition bekannte sich später zu dem Angriff und berief sich auf „falsche Informationen“ der jemenitischen Verbündeten. Von dem Chaos profitieren Terrorgruppen wie Al Qaida oder der „Islamische Staat“ (IS), die ihren Einfluss im Jemen ausbauen konnten.

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