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Nahostkonflikt : Zeichen der Verärgerung

Freunde waren der amerikanische Präsident Obama und der israelische Ministerpräsident Netanjahu nie. Sie werden es auch nicht. Obama zweifelt an Netanjahus Aufrichtigkeit - aus gutem Grund.

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          Die Stimmung zwischen dem amerikanischen Präsidenten Obama und dem israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu ist noch schlechter geworden. Während des Gaza-Kriegs hatte die Regierung in Washington das Beschießen von UN-Schulen im Gazastreifen durch Israel als „absolut inakzeptabel“ kritisiert, nun ordnete sie einen Lieferstopp für Raketen an, wie sie Israel im Krieg eingesetzt hatte.

          Freunde waren Obama und Netanjahu nie, sie werden es auch nicht. Das mag daran liegen, dass Obama dem Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern nie die Priorität gegeben hat, die er bei seinen Vorgängern hatte. Es liegt gewiss auch daran, dass Obama an Netanjahus Aufrichtigkeit zweifelt, und das mit gutem Grund. So hat Israel Außenminister Kerry allein in diesem Jahr wiederholt auflaufen lassen.

          Ein Grund für Obamas schlechtes Verhältnis zu Netanjahu ist wohl auch, dass der sich manchmal aufführte, als sei er der Präsident einer Supermacht - und Obama von ihm abhängig. Das spricht für das Selbstbewusstsein Netanjahus, nicht aber für politische Klugheit.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

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