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Nahost-Konflikt : Israels Elite-Bodentruppen schlagen im Gazastreifen zu

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Kurz vor dem Angriff? Israelische Bodentruppen an der Grenze zum Gazastreifen Bild: AP

Israelischer Beschuss tötet abermals mindestens 18 Palästinenser. In der selben Nacht dringen Kommandotruppen in den Gazastreifen ein. Die Hamas feuert weiter Raketen auf Israel. Nun will Außenminister Steinmeier in die Region reisen.

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          In die Militäraktion gegen die Hamas im Gazastreifen haben am frühen Sonntagmorgen israelische Kommandotruppen am Boden eingegriffen. Soldaten der israelischen Marine attackierten nach Angaben der Streitkräfte eine Stellung der Hamas, vor der aus weitreichende Raketen abgeschossen wurden. Dies berichtete die Zeitung „Jerusalem Post“ unter Berufung auf eine Mitteilung des Militärs vom Sonntag.

          Im israelischen Militärradio hieß es, die Bodentruppen seien in der Nähe von Gaza-Stadt eingesetzt worden. Vier israelische Soldaten seien bei der ersten Kampfhandlung mit Hamas-Kämpfern am Boden seit Beginn der Militäraktion leicht verletzt worden, schrieb die Zeitung „Times of Israel“. Laut Palästinensern wurden drei Hamas-Kämpfer getötet. Der Schusswechsel habe an einem Strand im nördlichen Gazastreifen stattgefunden. Die Abschussanlage wurde laut einem Bericht der Streitkräfte zerstört. Die Operation sei beendet, teilte das israelische Militär im Kurznachrichtendienst Twitter mit.

          Schwere Angriffswelle könnte bevorstehen

          Die israelische Armee hatte am späten Samstagabend Einwohner des nördlichen Gazastreifens aufgefordert, zu ihrer eigenen Sicherheit ihre Häuser zu verlassen. Es sei unsicher, sich „nahe der Hamas“ aufzuhalten, teilte das Militär via Twitter mit. Beobachtern zufolge könnte die Warnung auf eine baldige schwere Angriffswelle hindeuten.

          Seit dem Start der Angriffe auf die islamistische Hamas hat die Armee nach eigenen Angaben seit Dienstag mehr als 1220 Ziele in der Mittelmeer-Enklave bombardiert. Danach gingen mehr als 783 Raketen der Hamas auf israelischem Gebiet nieder, rund 140 wurden von der Raketenabwehr abgefangen.

          Wieder 18 Tote im Gazastreifen

          Bei einem israelischen Luftangriff in der Stadt Gaza starben am Samstagabend 18 Menschen und rund 50 weitere wurden verletzt. Unter den Toten war nach Angaben von Sanitätern auch der Polizeikommandeur des Gazastreifens, Taisir al-Batsch. Der Leiter der Rettungskräfte im Gazastreifen, Aschraf al-Kidra, erklärte später dagegen, der Polizeichef lebe noch, sei aber schwer verletzt. Al-Kidra sprach von dem schlimmsten Angriff in dem Palästinensergebiet seit Beginn der israelischen Luftoffensive in der Nacht zum Dienstag.

          Augenzeugen berichteten, Israels Luftwaffe habe zunächst eine Warnrakete abgefeuert. Dann sei das Haus von Al-Batsch von zwei Raketen zerstört worden. In einer benachbarten Moschee seien zahlreiche Menschen getötet und verletzt worden, die dort beteten.

          Bisher seien insgesamt 156 Palästinenser getötet und 1065 verletzt worden, teilte al-Kidra in der Nacht zum Sonntag mit.

          Steinmeier will vermitteln

          Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier reist einem Zeitungsbericht zufolge am Montag und Dienstag zu Gesprächen in die Region. Der SPD-Politiker wolle unter anderem mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas beraten, berichtete die Zeitung „Bild am Sonntag“ unter Berufung auf Regierungskreise.

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