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Nahost-Konflikt : Israels Armee fängt Schiff mit Aktivisten ab

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Ein Militärschiff der israelischen Marine patroulliert im Mittelmeer - die Frachter im Hintergrund gehören aber nicht der Hilfsflotte für den Gazastreifen an Bild: AP

Soldaten haben ein Schiff der Gaza-Flotte geentert und in einen Hafen eskortiert. Das Schiff ist Teil einer Aktion, an der sich auch ein deutscher Journalist sowie ein europäischer Abgeordneter beteiligen.

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          Die israelische Armee hat ein Schiff der neuen Hilfsflotte für den Gazastreifen in internationalen Gewässern abgefangen. Israelische Marinesoldaten seien am frühen Montagmorgen ohne Anwendung von Gewalt an Bord des Schiffes gegangen und würden es in einen israelischen Hafen eskortieren, teilte die israelische Armee mit.

          „Gemäß internationalem Recht hat die israelische Marine den Frachter mehrfach aufgefordert, seinen Kurs zu ändern“, hieß es in der Mitteilung. Da die Besatzung dies abgelehnt habe, seien Marinesoldaten in internationalen Gewässern an Bord des Schiffes gegangen, um es von einer Verletzung der Seeblockade des Gazastreifens abzuhalten

          70 Aktivsten beteiligt

          Das Schiff ist Teil der sogenannten Freiheitsflotte III, ein Konvoi mehrerer Schiffe mit propalästinensischen Aktivisten an Bord. In einer Erklärung der Aktivisten hieß es, Ziel der Flotte sei es, „auf die Verletzung der Rechte von 1,8 Millionen Palästinensern im größten Freiluftgefängnis der Welt aufmerksam zu machen“. . Das nun
          gestoppte schwedische Schiff war im Mai aufgebrochen. Mindestens zwei weitere Boote schlossen sich später an. Diese seien aber offenbar bereits umgekehrt, teilte eine Armeesprecherin in Tel Aviv mit.

          Nach Angaben der Plattform französischer Nichtregierungsorganisationen für Palästina sollen auf den Schiffen insgesamt 70 Aktivisten sein. Zu ihnen zählen der arabisch-israelische Parlamentsabgeordnete Basel Ghattas, der frühere tunesische Präsident Moncef Marzouki sowie mindestens ein europäischer Abgeordneter sowie der deutsche Journalist Martin Lejeune.

          Tote bei früherer Kommando-Aktion

          Der von der radikalislamischen Hamas kontrollierte Gazastreifen wird nach Entführungen israelischer Soldaten und Raketenangriffen auf Israel seit über acht Jahren von Israel und zuletzt auch Ägypten streng abgeriegelt. Schiffe dürfen die Küstengewässer weder ansteuern noch verlassen. Propalästinensische Aktivisten haben bereits mehrfach vergeblich versucht, die Seeblockade zu durchbrechen.

          Soldaten der israelischen Seestreitkräfte
          Soldaten der israelischen Seestreitkräfte : Bild: Reuters

          Im Mai 2010 enterte ein israelisches Marinekommando das größte Boot einer aus sechs Schiffen bestehenden Hilfsflotte und tötete zehn türkische Aktivisten. Die Beziehungen zwischen Israel und der Türkei sind seither stark belastet.

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