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Nahost-Konflikt : Israel ist nicht immer an allem schuld

  • -Aktualisiert am

Rauch über Gaza: Die Kämpfe hören nicht auf Bild: AP

Nach dem Aus der Verhandlungen über eine Waffenruhe in Gaza werden wieder diejenigen auf den Plan treten, die sagen, Israel müsse den Raketenbeschuss auch einmal aushalten. In Wahrheit hat die Hamas fahrlässig gehandelt.

          Hat es im Gazastreifen noch nicht genug Tote gegeben? Wenn man sieht, mit welcher Strategie die Hamas bei den Verhandlungen vorgegangen ist, könnte man auf den Gedanken kommen. Die Palästinenserorganisation hat offenbar munter auf ihren Maximalforderungen beharrt. Als diese nicht erfüllt wurden, hat der militärische Arm das gemacht, was er am besten kann: Raketen auf Israel schießen.

          Jetzt werden wieder diejenigen auf den Plan treten, die aus sicherer Entfernung sagen, Israel müsse einen solchen Beschuss, der dank eines ausgeklügelten Abwehrsystems vergleichsweise wenig Schaden anrichtet, auch einmal aushalten. Aber man darf von einer Regierung nicht erwarten, dass sie die Hände in den Schoß legt, wenn Leib und Leben ihrer Bürger gefährdet sind.

          Politisch führt an neuen Gesprächen – hoffentlich bald – kein Weg vorbei. Ob die Hamas durch ihr Vorgehen ihre Verhandlungsposition gestärkt hat, ist nicht sicher. Irgendwann ist auch die Leidensfähigkeit der Bewohner des Gazastreifens erschöpft. Und es stimmt einfach nicht, dass immer Israel an allem schuld ist.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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