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Nahost-Konflikt : Der Gazastreifen kommt nicht zur Ruhe

  • Aktualisiert am

Nachbarn blicken nach einem Militärschlag aus Israel auf die Reste eines zerstörten Hauses in Gaza Stadt Bild: AFP

Während Israelis und radikale Palästinenser einander mit Raketen beschießen, verhallen Rufe nach einer Waffenruhe ungehört. Israel bereitet weiterhin eine Bodenoffensive vor.

          Die israelische Luftwaffe hat die fünfte Nacht in Folge Ziele im Gazastreifen angegriffen und dabei mindestens 13 weitere Palästinenser getötet. Nach palästinensischen Angaben wurde am frühen Samstagmorgen unter anderem der Sitz einer Wohlfahrtsorganisation für Behinderte getroffen, dabei sollen zwei Menschen ums Leben gekommen sein. Kuwait beantragte wegen der „Verschlimmerung der Lage“ eine Dringlichkeitssitzung der arabischen Außenminister.

          Die israelischen Streitkräfte hatten am Dienstag ihre Offensive „Schutzrand“ begonnen, um einen massiven Raketenbeschuss militanter Organisationen aus dem Gazastreifen zu stoppen. Am Samstagmorgen wurden neben der Wohlfahrtsorganisation in Beit Lahija auch Ziele in Dschebalija im Norden des Küstenstreifens, in Deir al-Balah weiter südlich sowie in Gaza-Stadt wurden getroffen, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte. Auch eine Moschee sei beschossen worden. Mit den 13 neuen Opfern stieg die Zahl der getöteten Palästinenser damit seit Dienstag auf 118.

          Netanjahu gibt sich unbeugsam

          Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erteilte Rufen der Vereinigten Staaten, der EU, der UNO und der Arabischen Liga nach einer Waffenruhe am Freitag eine klare Abfuhr. „Kein internationaler Druck“ könne Israel daran hindern, „die Terroristen zu bekämpfen“, sagte er vor Journalisten. Die Armee mobilisierte inzwischen 33.000 Reservisten für eine etwaige Bodenoffensive.

          Sie haben überlebt, aber ihr Heim ist keines mehr: Eine Palästinenserin in Gaza Stadt sucht Trost bei ihrem Sohn Bilderstrecke

          Auch die radikalislamische Hamas lehnt Gespräche über eine Feuerpause bislang kategorisch ab. Sie und andere militante Organisationen feuerten seit Dienstag 520 Mörsergranaten und Raketen auf israelische Ziele. 140 weitere Geschosse wurden von der israelischen Luftabwehr abgefangen, wie das Militär mitteilte.

          Durch den fortdauernden Raketenbeschuss palästinensischer Extremisten wurden am Freitag mehrere Israelis verletzt, aber niemand getötet. Erstmals seit Beginn des jüngsten Konflikts war am Freitag auch ein Geschoss aus dem Libanon im Norden Israels eingeschlagen, hatte allerdings keine Schäden angerichtet.

          Bemühungen um Diplomatie

          Nach ergebnislosen Sitzungen des UN-Sicherheitsrates beantragte Kuwait am Freitagabend eine Dringlichkeitssitzung der Außenminister der Arabischen Liga (AL). Das Treffen werde vermutlich am Montag stattfinden, sagte ein Vertreter der AL. Die Vereinigten Staaten hatten am Freitag angeboten, ihre Verbindungen in Nahost für die Vermittlung einer Waffenruhe zu nutzen. Ägypten hatte kurz zuvor seine Bemühungen wegen der „Sturheit“ der Konfliktparteien für gescheitert erklärt.

          Auslöser der schwersten Krise seit 2012 waren der gewaltsame Tod dreier jüdischer Jugendlicher und der mutmaßliche Rachemord an einem palästinensischen Jungen. Darüber hinaus will die Hamas Israel und Ägypten zwingen, die Abriegelung des Gebietes zu lockern.

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