https://www.faz.net/-gq5-y57t

Nach Mubaraks Rücktritt : Obama fordert „echte Demokratie“ in Ägypten

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

Der amerikanische Präsident vergleicht den Machtwechsel in Ägypten mit dem Fall der Berliner Mauer. Zugleich herrscht in Amerika Sorge vor einem Erstarken der Islamisten.

          1 Min.

          Barack Obama hat den Rücktritt des ägyptischen Staatschefs Husni Mubarak begrüßt. „Das ägyptische Volk hat gesprochen. Seine Stimme wurde gehört. Und Ägypten wird niemals mehr sein wie zuvor“, sagte Obama am Freitag in Washington.

          Der amerikanische Präsident verglich den Sturz des Machthabers mit dem Mauerfall in Deutschland. „Indem er zurücktrat, antwortete Präsident Mubarak auf den Hunger des ägyptisches Volkes nach Wandel.“

          Zugleich warnte der amerikanische Präsident aber vor einem schwierigen Weg des Landes in die Demokratie und rief das Militär auf, den Weg für freie und faire Wahlen freizumachen. „Dies ist nicht das Ende des Wandels in Ägypten, es ist ein Anfang“, sagte Obama. „Viele Fragen sind unbeantwortet.“ Dem Land stünden sicher schwierige Tage bevor, an deren Ende „echte“ Demokratie stehen müsse.

          „Ich bin sicher, es stehen schwere Tage bevor. Viele Fragen bleiben unbeantwortet”: Barack Obama nach dem Rücktritt Mubaraks

          Obama rief das ägyptische Militär auf, einen Wandel sicherzustellen, „der in den Augen des ägyptischen Volkes glaubwürdig ist“. Dazu gehöre, die Rechte der Bürger zu sichern, den Ausnahmezustand aufzuheben, Verfassungsänderungen vorzunehmen und den Weg zu freien und fairen Wahlen zu ebnen. „Vor allem muss dieser Wandel alle ägyptischen Stimmen an den Tisch bringen.“

          Die Vereinigten Staaten blieben weiter ein Freund und Partner Ägyptens und würden alle Hilfe gewähren, die auf dem Weg in die Demokratie benötigt werde. „Ich weiß, dass ein demokratisches Ägypten seine Rolle der verantwortungsvollen Führung nicht nur in der Region, sondern in der Welt ausbauen kann“, sagte Obama weiter.

          Topmeldungen

          Trump hat sich Erdogan gegenüber benommen wie ein hysterischer Liebhaber.

          Trumps Syrien-Politik : Härte und Liebe

          Trump hat eine Feuerpause für Syrien aushandeln lassen und feiert sich nun als Friedensstifter. Doch seine Siegerpose wirkt lächerlich. Erdogan hat von Amerika alles bekommen, was er wollte.
          Bestens gefüllt – auch am Wochenende: Das britische Parlament am „Super Saturday“.

          „Super Saturday“ : Britische Regierung will Brexit-Verschiebung beantragen

          Das britische Parlament hat eine Entscheidung über den Brexit-Deal verschoben. Premierminister Boris Johnson kündigt an, er werde „weiterhin alles tun, damit wir am 31. Oktober die EU verlassen.“ Trotzdem muss er Brüssel um einen Aufschub bitten.
          Die „People’s Vote“- Bewegung verlangt eine zweite Volksabstimmung über den Verbleib der Briten in der Europäischen Union.

          Protestmarsch in London : „Wir wurden von Anfang an belogen“

          Zum „Super Saturday“ sind auch Hunderttausende Demonstranten nach London gekommen. Viele fühlen sich belogen, wollen Boris Johnson die Zukunft nicht anvertrauen – sondern selbst ein zweites Mal abstimmen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.