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Nach Clinton-Besuch : „Kairo will israelisch-ägyptischen Frieden“

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Kairo: Hillary Clinton am Samstag mit Muhammad Mursi Bild: dapd

Die amerikanische Außenministerin Hillary Clinton hat Ägyptens neuem Präsidenten Mursi bei ihrem Besuch in Kairo die Unterstützung Washingtons zugesichert. Ägyptens Führung sieht sich dem ägyptisch-israelischen Frieden weiter verpflichtet.

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          Vor dem Besuch der amerikanischen -Außenministerin Hillary Clinton in Israel hat die ägyptische Führung beruhigende Botschaften nach Jerusalem gesandt. Kairo habe über amerikanische Vermittler betont, es sei dem Friedensvertrag von 1979 mit Israel weiter verpflichtet, berichtete der israelische Rundfunk am Sonntag.

          Am Sonntag traf Frau Clinton mit dem Vorsitzenden des Militärrats, Feldmarschall Hussein Tantawi, zusammen. „Sie haben den politischen Übergang und den anhaltenden Dialog (des Militärrats) mit Präsident Mursi besprochen“, sagte ein ranghoher Vertreter des amerikanischen Außenministeriums nach dem einstündigen Gespräch. „Die Außenministerin hat betont, wie wichtig der Schutz der Rechte aller Ägypter, einschließlich der Frauen und Minderheiten, ist“, sagte Frau Clintons Mitarbeiter, der ungenannt bleiben wollte. Tantawi wiederum habe den Fokus auf die wirtschaftlichen Bedürfnisse des Landes gelenkt, zudem sei über Beihilfevorhaben der Vereinigten Staaten gesprochen worden, sagte der Vertreter.

          Am Samstag war Clinton bereits mit dem neuen ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi zusammen getroffen. Sie forderte Mursi zum Dialog mit dem Militärrat auf. Die Vereinigten Staaten unterstützten einen „vollständigen Übergang“ zu einer Zivilregierung, sagte sie in Kairo. Frau Clinton sagte, die Entscheidung über ihre Zukunft müssten die Ägypter selbst treffen. Sie betonte jedoch die finanzielle und politische Unterstützung der Vereinigten Staaten für die neue ägyptische Regierung. Zugleich lobte sie den Militärrat für seine Führung während der Übergangsperiode.

          Frau Clinton sagte am Samstag, Washington werde den Frieden zwischen Israel und Ägypten weiter unterstützen. Nach dem Wahlsieg der Islamisten in Ägypten hatte Israel die Sorge, Kairo könnte von dem Abkommen abrücken. Hillary Clinton wird am Sonntagabend in Israel erwartet. „Vor drei Jahrzehnten haben Ägypten und Israel einen Vertrag unterzeichnet, der es einer Generation ermöglicht hat, ohne Krieg aufzuwachsen“, sagte Frau Clinton.

          „Beide Länder müssen eigene Pläne machen“

          Die Vereinigten Staaten hätten allerdings noch kein Treffen zwischen dem ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi und dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu initiiert. „Die beiden Länder müssen ihre eigenen Pläne machen“, sagte die amerikanische Außenministerin.

          Frau Clinton trifft am Montag mit dem Staatspräsidenten Schimon Peres, Netanjahu, ihrem Amtskollegen Avigdor Lieberman sowie dem Verteidigungsminister Ehud Barak zusammen. Im Zentrum der Gespräche soll der Atomstreit mit dem Iran stehen.

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